Original paper

Die Tektonik des südlichen Rheintalgrabens.

Wittmann, O.

Kurzfassung

Die Vorbergzone ist morphologisch und tektonisch ein zwischen dem Grabentiefsten und dem Gebirgshorst vermittelndes landschaftlich-strukturelles Element. Die begrenzenden Randverwerfungen werden diskutiert. Südlich der Freiburger Bucht werden unterschieden: 1. Krotzinger und Heitersheimer Scholle mit Staufen-Sulzburg-Müllheimer Vorbergen, 2. Schliengen-Kanderner Vorberge, 3. Bamlacher Graben, 4. Isteiner Klotz, Lörracher Tertiärhügelland, Rheintalflexur. Die Krotzinger Scholle ist im W antithetisch hochgekippt (morphologisch Hauptrogensteinkante in kleinen Hügeln), im Mittelteil vermutlich Synklinale von tektonisch gehobener Niederterrasse bedeckt, nur am Ostrand sind Vorberge entwickelt mit steil W fallenden Schollen, an Längsbrüchen zerlegt. Die Heitersheimer Scholle (VEIT) umfaßt die Müllheimer Vorberge; steilherzynische Brüche, östlich der rhein. Britzinger Verwerfung hochgeschleppt, Südrand Klemmbachverwerfung. Im W vorgelagert ist die Bugginger Vorscholle, die zum Hartheim-Grießheimer Kalibecken hinabführt; diese wird gequert von der Struktur von Weinstetten. Die Schliengen - Kanderner Vorberge sind zweigeteilt in tieferes westliches Tertiärhügelland und höheres östliches Jurabergland. Im Bergland bildet die Eggener Scholle die tektonische Kulmination. Die Tafel wird von herzynisch gerichteten Brüchen gequert und besonders im Südteil von steilherzynischen Verwerfungen durchschnitten, darunter der schmale Hagschutzgraben. Die Tertiärhügel sind ebenfalls an rheinischen und herzynischen Brüchen zerlegt in mehrere Schollen (Luginsland-Steinackerscholle im N, Schliengener Tafel im S). Eine in der heutigen Bruchtektonik noch deutliche herzynisch gerichtete Querzone macht sich schon im mittleren Dogger als Schwelle bemerkbar und ist in der prätertiären Morphologie als Hochgebiet deutlich. Den Vorbergen vorgelagert ist die Neuenburger Platte, morphologisch Teil der Ebene, tektonisch der Vorbergzone zuzuzählen. Der Bamlacher Graben ist begrenzt von einheitlich 135° streichenden Randbrüchen. Er lenkt im SE in die Flexurrandmulde ein, ist in sich eingemuldet mit E-fallender Muldenachse.