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Der Jura in Erdölbohrungen des westlichen Molassetroges.

Schneider, J.

Kurzfassung

Die Untersuchungen stammen aus dem Gebiet zwischen Scherstetten und Baitenhausen-Ehingen. Besonders berücksichtigt wurden die Aufschlußbohrungen in den Konzessionen Saulgau und Memmingen der Deutschen Schachtbauges. Lias und Dogger zeigen schwäbische Fazies mit faunistischen Übergängen zum alpinen Raum, während im Malm zwischen schwäbischem und helvetischem Bereich unterschieden wird. Der Lias schließt im Norden eng an die nordwürttembergischen Verhältnisse an; nach Süden und Osten nimmt die Mächtigkeit ab und die Sandführung im Unteren Lias zu. Die faunistischen Beziehungen zwischen schwäbischem und alpinem Lias fordern eine unmittelbare Verbindung des schwäbischen Beckens zur Tethys. Im Dogger liegt die Küste östlich Augsburg, wobei das anschließende Vindelizische Land als Liefergebiet für die im Osten gröberen Dogger-beta-Sande in Betracht kommt. Wie in den Ausstrichgebieten zeichnen sich die Eisenooide des oberen Doggers durch größeren Durchmesser gegenüber Dogger-ß-Ooiden aus. Mit der überall nachgewiesenen Glaukonitbank beginnt der Weißjura. Es wird hier zwischen schwäbischer und helvetischer Fazies unterschieden. Als Lochenschichten beginnen die Schwammriffe im Osten und vereinen sich im Mahn 6 zum Massenkalk. Im Nordwesten Oberschwabens sondert sich ein Gebiet mit überwiegend geschichteten Obermalmsedimenten ab. Die durchgehend geschichtete, helvetische Fazies des Bodenseeraumes besteht aus mergeligen Schilt- und Überschiltschichten des Oxford mit jüngerem Hochgebirgskalk. Eine deutliche Verknüpfung zwischen helvetischer und schwäbischer Fazies ist durch die Ataxioceraten-Perisphincten-Mischfauna des Mittleren Malm gegeben.