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Die Entwicklung der Kenntnis der Erzlagerstätten im Schwarzwald

Schneiderhöhn, H.

Kurzfassung

Zahlreiche silberhaltige Erzlagerstätten im Schwarzwald waren schon recht früh bekannt, vor Christus schon den Kelten und dann den Römern. Auch die irischen Mönche, die etwa ab 600-700 ins Land kamen, wußten von den Erzen etwas, jedenfalls stehen viele ihrer Klöster auffällig nahe an bekannten Lagerstätten. Später im Hochmittelalter, einige Jahrhunderte vor und besonders nach 1000 errang der Bergbau unter den Grafen, Herzögen, Bischöfen, Klöstern und Städten große Bedeutung, auch wieder besonders im Hinblick auf das Silber. Das Bergregal unterstand dem König und wurde von ihm mit Genehmigung der Grundherren vergeben. So wurde schon 1028 in einer Urkunde Konrads des Zweiten das Bistum Basel mit den Silbergruben im Breisgau und in der Grafschaft des Zähringer Herzogs beliehen. Das Silber der Freiburger Münze war damals wegen seiner Reinheit schon weit bekannt. Es wurde besonders zum Bau des Freiburger Münsters verwandt, in dem heute noch die herrlichen alten Bergbaufenster (Original etwa 1350) dieses Bergbaus zu sehen sind. Auch der Goldbergbau aus dem Rheinsand mit dem Mittelpunkt Breisach war damals schon wohlbekannt. Sogar schon 600 Jahre früher wird das "Rheingold" in der "Edda" erwähnt. Die Freiburger immer gleich guten Silberstücke waren für den damaligen Handel weit und breit von großer Bedeutung. Der Bergbau kam überall nach 1000 kräftig in Gang, noch mehrere weitere Urkunden aus dem 12., 13. und 14. Jahrhundert sind bekannt. Die erste Urkunde über das Bergwerk am Schauinsland z. B. (das erst im vorigen Jahr stillgelegt wurde), stammt aus dem Jahre 1303. Nur wenig später kamen dann Bergwerke im mittleren Schwarzwald in stärkeren Betrieb, besonders die Silbergruben bei Wittichen, im Herrschaftsbereich der Grafen (später Fürsten) zu Fürstenberg. Im 30jährigen Krieg erfolgte ein allgemeiner Verfall des Bergbaus.