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Stratigraphische und paläontologische Untersuchungen (besonders im Gotlandium) im Gebiet zwischen Wieda und Zorge (südl. Westharz)

Kraatz, Reinhart

Kurzfassung

A. Stratigraphische Untersuchungen 1. Allgemeines Das Tanner System und die Südharzmulde sind die beherrschenden Elemente des südlichen Westharzes. Zwischen beiden liegt im Raum von Wieda und Zorge das Untersuchungsgebiet, das im wesentlichen aus der "Devon-Kulm-Mulde vom Laddeckenberg-Wieda-Steina" (SCHRIEL 1929, 1954) besteht. Im Kern und am Rande dieser Mulde treten in Spezialaufsattelungen gotlandische Ablagerungen zutage. Sie lassen sich zwanglos in den Verlauf der "Silurachse des Unterharzes" (DAHLGRÜN 1923) eingliedern, die in den flächenhaften Ausstrichen von Pansfelde und Harzgerode beginnt, sich über die Vorkommen von Allrode, Güntersberge, Hasselfelde und Benneckenstein hinzieht und schließlich in den isolierten Gotlandium-Aufbrüchen von Bad Lauterberg endet. In gleicher Weise wie die letzten treten auch zwischen Wieda und Zorge die Gotlandium-Aufschlüsse nur vereinzelt auf. Im Kern der Mulde vom Laddeckenberg-Wieda-Steina liegt der bekannte Kalkfundpunkt von SCHRIEL im Bachbett der Wieda (1928), der reichliche Zweischaler- und Trilobiten-Fauna geliefert hat, die nach den Bestimmungen von KEGEL (1928) und HERITSCH (1930) zum e-ß zu rechnen ist. Es ist dies - abgesehen von der Kalklinse im Heibeek (SCHRIEL 1929, ROTH 1954) - das einzige sichere Silurkalkvorkommen des Westharzes. Daneben treten aber im Raum Wieda-Zorge graptolithenführende Schichten in drei Aufschlüssen auf, von denen der des Mollenberges schon länger bekannt ist und zwei andere von SCHRIEL (1928) neu aufgefunden worden sind. Alle drei Vorkommen liegen nördlich der SW-NE streichenden Aufschiebungsfront von Stieger Schichten auf Unter-Ems. Untersucht worden sind die Faunenvergesellschaftungen bislang nur ganz am Rande (DAHLGRÜN 1923, SCHRIEL 1928, 1929, 1954); in dieser Arbeit werden daher die Graptolithenfaunen der Wiedaer Hütte und des Mollenberges bearbeitet.