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Kohlensäure, Erdwärme und Herdlage im Uracher Vulkangebiet und seiner weiteren Umgebung

Carlé, Walter

Kurzfassung

I. Zur Einführung Süddeutschlands Vulkanismus erreicht, was Fläche und Förderleistung betrifft, zwar nicht die Bedeutung desjenigen von Mitteldeutschland, doch wird dies wettgemacht durch die. Vielzahl merkwürdiger Vulkanbauten. Ries und Steinheimer Becken bieten ja heute noch große Rätsel zur Lösung an, doch hat auch seit jeher das Vulkangebiet der mittleren Alb bedeutende Probleme aufgegeben. Nach der grundlegenden und umfassenden Arbeit von BRANCO (1894 und 1895) wurden nurmehr Einzelerscheinungen einer genaueren Betrachtung unterzogen, bis dann H. CLOOS (1941) seine aufsehenerregende Schilderung des Ausbruchsmechanismus gab, die die alten Anschauungen von BRANCO auf Grund genauester Geländebeobachtungen an gut aufgeschlossenen Schloten ersetzte. Dieser Themenkreis soll hier nicht berührt werden. Meine Überlegungen zum Uracher Vulkangebiet gingen von Mineralwasser-Studien aus. Ist doch das Uracher Vulkangebiet auf drei Seiten von bedeutenden Säuerlingen und sogar Mofetten umgeben. Bei der Frage nach der Entstehung dieser Mineralwässer ist das wichtigste Problem die Herkunft der Kohlensäure. Schon immer fiel auf, daß im Vulkangebiet selbst, sieht man von Nürtingen und Kleinengstingen ab, keine Kohlensäure austritt. Und es fiel schon immer schwer, hierfür eine einleuchtende Erklärung zu finden. Eine weitere auffällige Naturerscheinung im Bannkreis des Albvulkan-Gebietes ist die niedrige geothermische Tiefenstufe nicht nur des Uracher Bereiches, sondern auch seiner weiteren Umgebung. Zweifellos ist auch dies eine Folge des Vulkanismus. Von wenigen Randbemerkungen anderer abgesehen, hat sich allein SCHNEIDERHÖHN (1934) eingehender mit der Erklärung dieses Phänomens beschäftigt. Somit bestehen zwei mit großer Sicherheit einer basischen Intrusion genetisch zugehörige Erscheinungskreise außer den eigentlichen oberflächen-magmatischen Erscheinungen des "Schwäbischen Vulkans" selber. Es ist eigentlich seltsam, daß man sich dieser glücklichen Fügung noch nicht bedient hat, um sich über die Lage der magmatischen Herde unter der Alb und ihrem Vorland Gedanken zu machen. Dies soll nun im folgenden versucht werden. Zur Erhärtung der über das Uracher Vulkangebiet vorgetragenen Überlegungen werden anschließend noch kurz einige andere gutbekannte Vulkangebiete betrachtet.