Original paper

Schiefergebirgstektonik und Grundgebirgstektonik in der Hirschberg-Greizer Zone (Ostthüringen)

Schroeder, Erich

Kurzfassung

Auf Grund von neuen Spezialuntersuchungen lassen sich in Ostthüringen und im Vogtland Bereiche verschiedenen tektonischen Stils unterscheiden. Die Südostflanke des Schwarzburger Sattels, die Ziegenrücker Mulde und der Hauptteil des Bergaer Sattels bilden das "normale Schiefergebirge". Hier treten gewöhnliche Tonschiefer auf, d.h. eine Phyllitisierung fehlt. Faltung und NW-fallende Transversalschieferung (s1 ^ ss) sind normal entwickelt. Südöstlich vom Bergaer Sattel, bei Greiz auch schon im Bereich der südöstlichen Sattelflanke, setzt eine schwache Metamorphose ein (LIEBE & ZIMMERMANN 1887). Tongesteine sind in phyllitische Schiefer umgewandelt. Gleichzeitig ändert sich aber auch der tektonische Stil. Es tritt eine Verfaltung oder Verbiegung der Schieferungsflächen auf, also eine zweite Faltung (s1-Faltung), die etwas jünger als die Faltung der Schichtflächen (ss-Faltung) und die Prägung der Schieferungsflächen sein muß. Parallel zur Mittelebene dieser sekundären Falten liegt eine neue s-Flächen-Schar, die Schubklüftung (s2). Die Schnittkante Schubklüftung/Schieferung (s2/s1) erscheint auf den Schieferungsflächen als feine, enge Runzelung. "Runzelschieferung" ist daher ein weiteres, sehr typisches Merkmal der Hirschberg-Greizer Zone. Allerdings treten Schubklüftung, s1-Faltung und Runzelung nur untergeordnet auf. Neben den Bereichen mit s1-Faltung finden sich immer wieder Bereiche mit ungefalteter Schieferung und mit ss-Faltung.