Original paper

Zur Gliederung der Oberen Süßwassermolasse Bayerns mittels Schwermineralen

Schmeer, Dora

Kurzfassung

Die Abänderung der Schwermineralspektren an der sedimentpetrographischen A-Grenze innerhalb der süddeutschen Oberen Süßwassermolasse (OSM) hatte ich (1955) anders als H. FÜCHTBAUER (1954) gedeutet. Auf die jüngst erfolgte Stellungnahme H. FÜCHTBAUERS (1956) soll im folgenden eingegangen werden. Das Hauptkennzeichen der A-Grenze ist nach H. FÜCHTBAUER (1954) eine deutliche Zoisitzufuhr innerhalb der OSM (Oberen Süßwassermolasse) unterhalb A und ein praktisches Fehlen derselben oberhalb A. Daneben wird eine Anreicherung des Granatanteiles innerhalb der Schweremineralspektren unterhalb und eine Verminderung desselben oberhalb der Abgrenzung festgestellt. Diese Mineralabänderung deutet H. FÜCHTBAUER durch zwei herkunftsverschiedene Schüttungen. Die sedimentpetrographische A-Grenze selbst erklärt er als Zeitmarke. Meine Untersuchungen (1955) bestätigten zunächst für den Raum Freising-Landshut die Schwermineralabänderung an der A-Grenze. Bei der Deutung ihrer Entstehung hatte ich, abweichend von den Vorstellungen H. FÜCHTBAUERS, vorwiegend das Zusammenfallen der A-Grenze mit einer deutlichen Körnungsgrenze hervorgehoben. Die Schwermineralabänderung selbst erklärte ich als eine Folgeerscheinung der über A augenfälligen Kornverfeinerung wie folgt: Innerhalb eines mineralogisch ursprünglich gleichartigen Schüttungsmateriales hat hier, während der langsamen Sedimentation über A, eine Transport- und Verwitterungsauslese eine Verminderung des Zoisit- und Granatgehaltes gegenüber den Ablagerungen unterhalb A bewirkt. - Weiters deutete ich den - gegenüber den beiden säugetierstratigraphischen DEHMschen Grenzen - ungleichsinnigen Verlauf der als Zeitmarke verwendeten A-Grenze als z. T. faziell (im obigen Sinn) bedingt.