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Ein Beitrag zur Kenntnis der Erzlagerstätte des Rammelsberges auf Grund von Spezialuntersuchungen der Tuffe und der Tektonik

Abt, Wolfgang

Kurzfassung

A. Aufgabe und Ziel Nach 1948 wurden von der Unterharzer Berg- und Hüttenwerke GmbH auf dem Erzbergwerk Bammelsberg umfangreiche Ausrichtungs- und Untersuchungsarbeiten durchgeführt. Die aus diesen Arbeiten gewonnene Erkenntnis über die Lagerstätte, die Ansichten von älteren Bearbeitern des Rammelsberges sowie der technische Entwicklungsstand des Werkes wurden umfassend in Band 4 der Monographien der Deutschen Blei-Zink-Erzlagerstätten von KRAUME und Mitarbeitern 1955 dargestellt. Die auf die mutmaßliche Fortsetzung des Lagerhorizontes in die Teufe gerichteten bergtechnischen Untersuchungsarbeiten und Tiefbohrungen erbrachten jedoch nicht die erhofften Ergebnisse. Ein Ende des Neuen Lagers war auf der 12. Sohle erschlossen worden. Mit Bohrungen wurde lediglich an verschiedenen Stellen stark mit Pyrit durchsetzter dunkler Tonschiefer durchsunken, der stratigraphisch dem Lagerhorizont gleichgestellt wurde. Lagererz ist nicht erbohrt worden. So tauchten bereits während der Drucklegung der Monographie (KRAUME 1955) die ersten Zweifel an der Richtigkeit der damaligen stratigraphischen und tektonischen Vorstellungen auf (KRAUME 1957), die durch die neueren Arbeiten von JAHNS (1955) und HANNAK (1956) verstärkt wurden. Daher sollte es Aufgabe der vorliegenden Arbeit sein, durch eine umfassende Kartierung und Parallelisierung der Tufflagen, ergänzt durch tektonische Untersuchungen, das Bild der Lagerstätte und ihres Verbandes zu klären und zu verfeinern. Durch die Arbeiten von HANNAK (1956), die vor den eigenen Untersuchungen in Form von Querschlags-Spezialkartierungen auf der 12. Sohle und in den oberen Rammelsberg-Querschlägen durchgeführt wurden, konnte für die bereits von W. E. SCHMIDT (1933) und indirekt auch von PLESSMANN (1954) und JAHNS (1955) vertretene Ansicht, daß die Erzlager in einer Mulde liegen, auf der 12. Sohle strukturell der Nachweis erbracht werden. Daher lautete die zu Beginn meiner eigenen Untersuchungen in Diskussion befindliche Problemstellung (vgl. Abb. 1): "Lagermulde, das bedeutet keine Fortsetzung des Lagers in die Teufe, oder: Insgesamt überkippte Lagerung mit Fortsetzung des Lagerhorizontes unterhalb der 12. Sohle", bis KRAUME (1957) seine in der Monographie (1955) veröffentlichte Ansicht über die tektonische Stellung der Rammelsberger Erzlager auf Grund der neueren Arbeiten zugunsten einer Lagermulde revidierte. Auf dieser prinzipiellen Erkenntnis aufbauend, wurden die eigenen speziellen Untersuchungen über die Tektonik und ihre Beziehungen zur Lagerstätte durchgeführt, wobei die neue Ansicht bestätigt und durch neue Gesichtspunkte ergänzt werden konnte.