Original paper

Über den Bau der nördlichen Kalkalpen im Rätikon

Richter, Max

Kurzfassung

Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich den letzten Teil der "Trilogie" über den Westteil der nördlichen Kalkalpen vorlegen. Der erste Teil brachte eine bisher unbekannte Tektonik der Lechtaler Alpen zur Darstellung, im zweiten Teil wurde der flache Schuppenbau der Vorarlberger Alpen zwischen oberem Lech und der 111 mit seinen an langen Störungszonen hochgehobenen Schollen skizziert. Der dritte Teil soll endlich die Fortsetzung dieser eigenartigen Tektonik in den Rätikon schildern, dessen Schuppen- und Schollenbau nur von E her verstanden werden kann. Damit ist die tektonische Auflösung des westlichen Teiles der nördlichen Kalkalpen vom Flexenpaß bis zum W-Rand der oberostalpinen Decke durchgeführt. Ihr sind Krabachjoch- und Inntaldecke sowie ein großer Teil der früheren Lechtaldecke zum Opfer gefallen. Geblieben ist die großartige, einheitliche oberostalpine Decke: Kristallin der Silvrettadecke und ihr Sedimentmantel der nördlichen Kalkalpen. Damit ist es nun auch an der Zeit, die alten Deckennamen endgültig aufzugeben und nicht mehr von Allgäu-, Lechtal-, Inntal- usw. -decke zu reden, wie das jetzt noch E. SPENGLER (1956) tut.