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Exkursionen der Deutschen Geologischen Gesellschaft in der Schweiz vom 7. bis 13. September 1957. 2. Berner Oberland

Cadisch, J.; Furrer, H.; Rutsch, R. F.; Roth, H.

Kurzfassung

Nachdem der erste Teil der Schweiz-Exkursion in den Jura und das Mittelland gemeinsam durchgeführt wurde, erfolgte in Bern die Aufspaltung in zwei Gruppen. Während die eine Gruppe in das Gotthardgebiet fuhr, besuchte die andere Teile des Berner Mittel- und Oberlandes. Der folgende Bericht erstreckt sich auf diese dreitägige Exkursion. Dienstag, den 10. September 1958 Führung: vormittags R. F. RUTSCH, nachmittags J. CADISCH Bern - Längenberg - Gurnigel - Thuner See - Kandersteg. Moränenbildungen des würmeiszeitlichen Aaregletschers - Geologie des Gurnigelgebietes - Stratigraphie und Tektonik der Umgebung des Thuner Sees. Fahrt von Bern in Richtung Thuner See im Gürbetal. Kurz vor Belp Abzweigung auf die am Längenberg in Richtung Riggisberg entlangführende Straße. Die sonst von hier aus prächtige Aussicht auf die Glazialbildungen des Gürbe- und Aaretales, die subalpine Molasse- und Flyschzone des Thuner Seegebietes sowie auf die Vor- und Zentralalpen des Berner Oberlandes mußte wegen starker Nebelbildungen durch eine - allerdings ausgezeichnete - geologische Panoramakarte von R. F. RUTSCH ersetzt werden, die dieser im einzelnen erläuterte: e) Rechts an der Nase des Niederhorngrates vorbei im Hintergrund das Kristallin des Alpen-Hauptkammes. Wir verlassen bei Spiez den Thuner See und gelangen ins Kandertal hinauf. In seinem unteren Teil fahren wir der mit Schutt überdeckten Basis der Niesen-Decke entlang. Diese Einheit umfaßt hier Triasreste und eine mächtige oberkretazische Flyschmasse. Die gleichförmige Serie fällt in Spitzfalten gegen NW und hebt sich im Niesen axial so stark heraus, daß sämtliche Schichten in die Luft aus streichen. Ein kurzer Abstecher führt in das Schlundtobel bei Wengi, wo auf ungefähr 880 m zwei Granitschollen in den Breccien, Kalk- und Tonschiefern des Niesenflyschs liegen. Es scheint sich um einsedimentierte Riesenkomponenten zu handeln.