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Ein neuer jungpaläozoischer Krebs aus dem niederrheinischen Zechstein

Malzahn, Erich

Kurzfassung

Zusammenfassung Aus dem niederrheinischen Zechstein wird ein kleiner Krebs, der erste fossile Vertreter der Gattung Nebalia LEACH, beschrieben und abgebildet. Einleitung Durch einen mehr als glücklichen Zufall ist dem Verf. der Fund des nachstehend beschriebenen Krebses auf der Halde des Schachts 4 - Hörstgen - der Zeche Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort/Niederrhein gelungen. Auf einer Schichtfläche des feinstschichtigen Zechsteinmergels befand sich bei etwa 280 m Teufe der nachstehend beschriebene pyritisierte Krebsrest. Nach einer vor der Präparation ausgeführten Röntgenaufnahme (Taf. 15, Fig. 1) konnten erste Anhaltspunkte über Größe und Gestalt des noch im Gestein steckenden Fossilrestes gewonnen werden. Dank des verhältnismäßig weichen Sedimentes konnte das Fossil vollständig freigelegt werden, so daß alle Seiten gut einzusehen sind. Im Bereich stärkerer Pyritüberkrustung wurde auf seine vollständige Beseitigung verzichtet, da sonst die Gefahr der teilweisen Zerstörung des einmaligen Fundes bestanden hätte. Auf Grund der guten Erhaltung konnten an ihm die Merkmale der rezenten Gattung Nebalia LEACH festgestellt werden. Diese rein marin lebende Gattung besitzt eine zweiklappige Schale mit einer frei beweglichen Rostralplatte, welche morphologisch dem Rostrum anderer Malacostraken entspricht (vgl. Taf. 15, Fig. 5, 6). Die Schale umschließt Kopf, Thorax und acht Brustsegmente mit blattfußähnlichen Gliedmaßen. Aus der Schale heraus ragt das achtgliedrige Abdomen, dessen vier vordere Segmente zweigliedrige, borstentragende Blattfüße besitzen. Das abdominale Endsegment hat zwei längere Furcaläste.