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Bildungsbedingungen pleistozäner Sedimente Niedersachsens aufgrund morphometrischer Geschiebe- und Geröllanalysen

Richter, Konrad

Kurzfassung

Zusammenfassung 1. Die morphometrische Geröllanalyse nach CAILLEUX und TRICART ergibt für nicht zur Plattigkeit neigende Sandsteine durch Inbezugsetzung von Zurundung und Abplattung eine Einteilung in Regionen nach der Transportart. Dabei lassen sich einige wie solifluidal, grundmoränal und fluviatil gut, andere wie glaziofluvial und marin mit gewissen Überschneidungen abgrenzen. 2. Innerhalb der Regionen lassen sich durch Diagonale als Hypotenuse zur Abszisse und Ordinate Untergliederungen schaffen, die z. B. echte Grundmoräne von sekundär verlagerter und in Flußschottern Kaltphasen von Warmphasen unterscheiden lassen. Im glaziofluvialen Bereich können gering gerollte von stark gerollten Kollektionen unterschieden werden, wobei letztere durch Turbulenz in Eisspalten erklärbar sind und auf einstige Gletscherzerspaltung hinweisen. 3. Die Steinsohlen zeigen keine Neigung zur Plattigkeit durch Spaltenfrost, der bei ihrer Entstehung also keine Rolle gespielt haben dürfte. Die entscheidenden Bildungsagenzien waren Erdfließen und Windschliff. 4. Prinzipiell lassen sich alle Gesteinsarten zur Konstruktion morphometrischer Regionen verwenden; relativ am besten Sandsteine, dann Quarze. 5. Die marine Geröllformung ist sehr vielgestaltig und läßt sichere Schlüsse nur aus Serien von Kollektionen zu. 6. Klimatische Abwandlungen lassen sich bei morphometrischer Durcharbeitung von Profilen erkennen. 7. Eine für alle Gesteinsarten verbindliche morphometrische Definition von Geröllformbenennungen ist genetisch nicht korrekt, aber praktisch durchführbar.