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Kriterien zur genetischen Einstufung von Blei-Zink-Lagerstätten.

Oelsner, O.

Kurzfassung

Alle bekannten Bleierzlagerstätten sind Absätze aus wäßrigen Lösungen. Die Herkunft dieser wäßrigen Lösungen ist sehr verschieden. Sie können bei der Erstarrung palingener Magmen entstehen, sie können bei der Erstarrung simatisch-hybrider Magmen entstehen, sie können bei der Regionalmetamorphose entstehen, sie können jedoch auch bei tektonischen Ereignissen innerhalb eines mehr oder minder stark bewegten Komplexes auftreten. Auch Meerwasser in beginnender Salinarfazies kann Lösungsträger sein. Der Ablagerungsort kann ebenfalls verschieden sein. Es können Hohlraumfüllungen sein, Verdrängungen von karbonatischen Gesteinen, evtl. eine Kombination beider. Die Lagerstätten können als Sedimente in H2S-reichen Meeresteilen auftreten. Alle diese Verschiedenheiten haben aber wirtschaftliche Folgen, denn die Aussichten für die Zukunft der Lagerstätte, die Art der Aus- und Vorrichtung und das Ausmaß an möglichen Untersuchungsarbeiten sind selbstverständlich bei jedem Lagerstättentyp verschieden. An Hand von texturellen, chemischen und allgemein geologischen Gegebenheiten werden Kriterien gegeben, die es ermöglichen sollen, Lagerstätten einem bestimmten Typ zuzuordnen. Bei Restlösungen palingener Magmen läßt sich in der Regel eine Abhängigkeit vom zugehörigen Intrusivkörper nachweisen. Innerhalb eines Lagerstättenbezirkes erscheinen Blei-Zink-Lagerstätten an ältere Granitintrusionen geknüpft, sind stets nicht monomineralisch, sondern führen Pyrit, Zinkblende und Bleiglanz in der angegebenen Reihenfolge. Lagerstätten aus der Abfolge simatisch-hybrider Magmen zeigen häufig einen wesentlich größeren Anteil an Eisen und sind außerdem durch Spuren typisch simatischer Elemente, wie Titan und Platin, gekennzeichnet.