Original paper

Über schwedische Blei-Erzvorkommen am Ostrand der Kaledoniden.

Grip, E.

Kurzfassung

Dem Ostrand der Kaledoniden entlang findet sich eine authochtone Serie aus eokambrischen und kambrischen Sedimenten. Teilweise sind diese als mehr oder weniger stark quarzitisierte Sandsteine ausgebildet. Ähnliche Quarzite finden sich auch in überschobenen Schollen. Bei der intensiven Erzprospektierung durch die Bolidens Grubengesellschaft der letzten 20 Jahre sind in diesen Gesteinen Bleiglanz- und Zinkblendeimprägnationen angetroffen worden, die sich an einigen Stellen zu wirklichen Erzlagerstätten gesammelt haben. Die bisher gefundenen Erzfelder sind, von Norden nach Süden: Laisvall und Dorotea in Lappland und Vassbo im nördlichen Dalakarlien. Die Mineralparagenese umfaßt Bleiglanz, Zinkblende, Pyrit, Baryt, Kalzit, Fluorit und Serizit. Die Mineralisierung tritt als Imprägnation auf, besonders dort, wo Quarzite zwischen stauenden Schichten aus Tonschiefer oder tonigem Sandstein auftreten. Die Mineralisation ist auch von tektonischen Strukturen abhängig und findet sich besonders an Verwerfungen und Spalten sowie entlang von Überschiebungsbewegungen zermalmter Zonen. Die mineralisierenden Lösungen sind solchen Strukturen gefolgt und aus diesen heraus in den umgebenden Sandstein eingewandert. Mineralanreicherungen haben vor allem in quarzitischen Lagen stattgefunden, da die tonigen Lagen mehr oder weniger undurchläßlich waren und nur selten Blei oder Zink enthalten. Wahrscheinlich ist die Mineralisierung auf hydrothermale Lösungen niedriger Temperatur, die aus den palingenen Zonen der inneren Teile der Kaledoniden stammen, zurückzuführen. Fallende Temperatur- und Druckbedingungen am Rande der orogenen Zonen scheinen eine bedeutende Rolle für die Erzbildung gespielt zu haben. Die Grube Laisvall ist für eine Förderung von 700 000 t per Jahr ausgebaut. Vaasbo wird jetzt für 150 000 t per Jahr ausgebaut, weil Dorotea mit ihrem in Quarzitschollen liegenden armen Erz bis auf weiteres als eine Reserve gedacht ist.