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Das Ruhrgebiet als Erzprovinz.

Pilger, A.

Kurzfassung

Bei Betrachtung der Blei-Zink-Erzvorkommen des Ruhrgebietes (s. neue Gangkarte von HESEMANN-KNEUPER-PILGER) fällt auf, daß die meisten Vorkommen und Anzeichen von Gangmineralien sich etwa auf die Mitte des Ruhrgebietes konzentrieren. Recht deutlich läßt sich eine rheinisch streichende Linie ziehen, an der östlich von Bochum und Recklinghausen die Häufung der Erz- und Mineralvorkommen aufhört. Tatsächlich sind ja im östlichen Ruhrgebiet bisher nur wenig Erz- und Mineralanzeichen bekannt geworden. Im Westen des Ruhrgebietes ist die Abgrenzung nicht ganz so deutlich; immerhin bleibt auffällig, daß die gehäuften Erzvorkommen auf einem breiten rheinisch streichenden Streifen zwischen Mülheim und Bochum verlaufen (s. Abb. 1). In diesem Streifen finden sich neben den zahlreichen kleinen Vorkommen die bedeutenden von Auguste Victoria, des Klaraganges in Gladbeck und des Bleierzganges von Christian Levin, ferner die bedingt höffigen Vorkommen auf den Zechen Julia und Shamrock 3/4 (östl. von Essen, s. Abb. 1). In der Mitte des Streifens liegen im Primus die Kupferkies-Ankerit-Quarz-Vorkommen des von KNEUPER und PILGER beschriebenen tieferen Stockwerks. Schließlich sitzt in der Fortsetzung nach Norden (in der Nähe von Haltern, s. Abb. 1) das Vorkommen der Bohrung Wulfen 2. Besonders wichtig ist aber, daß die in rheinischer Richtung angehäuften Vorkommen nach Süden in das alte Ganggebiet von Lintorf-Selbeck-Velbert ihre direkte Fortsetzung finden. Verlängert man noch weiter in rheinischer Richtung nach Süden, so trifft man auf die Blei-Zink-Erzvorkommen von Bensberg und dem Lüderich. Die aufgezeigte rheinisch streichende Erzlinie macht sich aber auch noch durch andere geologische Merkmale kenntlich. Zuerst streicht sie im Süden dort in das Ruhrgebiet hinein, wo der Südrand des Flözführenden in mehreren Spornen vor- und zurückspringt (s. Abb. 1). Weiterhin zeigt sich, daß die Linien höherer Inkohlung wieder im Bereiche des rheinisch streichenden Erzstreifens weiter vorgreifen. Es darf hier auch auf die Essener und Dortmunder Linie von OBERSTE-BRINK hingewiesen werden, die ebenfalls in die dargestellte Zone hineinreichen (s. Abb. 1). Die von PILGER an tektonischen und lagerstättenkundlichen Merkmalen festgelegten Lineamente fallen ebenfalls in die Erzzonen hinein und stehen fiederig zu ihrem Verlauf. Schließlich kann noch auf die Linien gleicher Schwere nach KIENOW hingewiesen werden, die hier auch wieder gewisse Unregelmäßigkeiten zu zeigen scheinen.