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Beziehungen zwischen dem Modellalter des Bleis, dem Gehalt an Spurenelementen des Bleiglanzes und der geologischen Geschichte einiger Bleierzlagerstätten Westdeutschlands

Cahen, L.; Jedwab, J.; Ehrenberg, H.; Horlitz, G.; Geiss, J.

Kurzfassung

I. Einleitung Zahlreiche Arbeiten haben gezeigt, daß die Isotopenzusammensetzung des Bleis mit dem Alter des Bleiminerals variiert und daß sie in den meisten Fällen eine zufriedenstellende Einstufung des Alters des Bleis erlaubt. Die Tatsache, daß diese Isotopenzusammensetzung noch von anderen Faktoren als von ihrem Alter abhängt, verbietet es jedoch, sie als eine exakte geochronologische Methode zu betrachten. Was man in Wirklichkeit erhält, ist ein Modellalter, welches gewissen Hypothesen gehorcht. Die Mehrzahl der bisher analysierten Bleiproben scheint eine geologische Geschichte durchlaufen zu haben, die etwa mit der für das Modell gefundenen übereinstimmt, so daß das Modellalter als gute Annäherung an das wirkliche Alter angesehen werden kann. Es gibt indessen auch Fälle mit anomaler Isotopenzusammensetzung, die keine, auch nicht eine angenäherte Aussage über das Alter des Minerals erlauben. Wir wollen hier nicht eingehen auf die Theorie des "gewöhnlichen Bleis", die in vorhergehenden Veröffentlichungen genügend herausgestellt worden ist und auch nicht auf die Methoden der Berechnung des Modellalters des analysierten Bleis (F. G. HOUTERMANS 1946, 1953; J. GEISS 1954; P. EBERHARDT und Mitarbeiter 1955; F. BEGEMANN und Mitarbeiter 1954; A. HOLMES und L. CAHEN 1955, 1957; L. CAHEN und Mitarbeiter 1958). Die Mehrzahl der geochronologischen Methoden, besonders diejenigen, welche auf den Uran- und Thoriummineralen basieren, geben gewöhnlich das Alter der letzten Platznahme des Minerals an, welches gleichzeitig das geologische Alter der Vererzung, in der es auftritt, ist. Dahingegen beruht die Methode des gewöhnlichen Bleis nur auf den Beziehungen zwischen den Isotopen des Bleis, und zwar bleiben diese unverändert, welchen Veränderungen dieses Blei auch immer in bezug auf Vererzungen seit der ersten Platznahme unterworfen worden ist, außer wenn es mit Blei einer anderen Isotopenzusammensetzung ein Gemenge bildet.