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Beziehungen zwischen der Ausscheidungsfolge der Minerale und den Teufenunterschieden an den Erzgängen

Kutina, Jan

Kurzfassung

Damit wir glaubwürdig die Teufenunterschiede in der Mineralzusammensetzung eines Erzganges voraussagen können, müssen wir sehr gut den Mechanismus seiner Entstehung kennen. Den Mechanismus der Entwicklung eines Erzganges kann man einerseits durch die genetische Diskussion der Makrotexturen und andererseits durch die mikroskopische Untersuchung studieren. Bei der genetischen Diskussion der Makrotexturen unterscheiden wir, ob die Ausfüllung der Spalte aus einer ununterbrochen aufsteigenden Lösung entstand oder ob sich die Ausfüllung aus den Produkten mehrerer Zufuhrperioden zusammensetzt. Im ersten Fall handelt es sich um die monoaszendente Ausfüllung, im zweiten Fall um die polyaszendente Ausfüllung. Die Produkte einzelner Zufuhrperioden, die gemeinsam eine polyaszendente Ausfüllung bilden, können voneinander durch Wachstumsgrenzen (alpha) oder durch tektonische Grenzen (beta) abgeteilt werden, oder sie berühren sich durch die metasomatischen Grenzen (gamma). An den Pribramer Erzgängen, die ich zur Illustration der methodischen Erklärung heranziehe, berühren sich die Produkte verschiedener Zufuhrperioden am häufigsten durch tektonische Grenzen, welche meistens die Grenze der Produkte von älteren Zufuhrperioden mit dem Nebengestein darstellen, nach der es am häufigsten zur wiederholten Öffnung der Spalte kam.