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Bericht über die Exkursionen anläßlich der Frühjahrstagung in Essen vom 14. bis 17. Mai 1958 Grubenbefahrungen am 14. Mai. 2. Befahrung des Bleizinkerzganges der Zeche Auguste Victoria in Marl am 14. Mai 1958

Pilger, A.; Stolze, Fr.

Kurzfassung

Anläßlich unserer Frühjahrstagung in Essen wurde der Bleizinkerzgang der Zeche Auguste Victoria, Marl, am 14. Mai 1958 von einer aus 10 Herren bestehenden Exkursionsgruppe befahren. Vor der Grubenfahrt hielt A. PILGER, der dieses Vorkommen speziell bearbeitet hat, im Modell- und Kartenzimmer der Schachtanlage Auguste Victoria 4/5 einen einführenden Vortrag über die geologischen und lagerstättenkundlichen Verhältnisse des Erzganges, der anschließend noch zu einer lebhaften Diskussion Veranlassung gab. Die Ausführungen von A. PILGER konnten durch ein mit großer Präzision ausgeführtes Übersichtsmodell sowie die Vorweisung der im gleichen Raum aufgestellten Sammlung für die Tektonik und Erzführung charakteristischer Handstücke wirkungsvoll ergänzt werden. Gleichzeitig bot sich auch Gelegenheit, dortselbst eine Ausstellung von Gangstücken aller in den letzten Jahren in Förderung befindlicher Bleizinkerzlagerstätten Westdeutschlands zu betrachten. Der Bleizinkerzgang der Zeche Auguste Victoria sitzt im Bereiche des Auguste-Victoria-Sattels dem Blumenthaler Sprung (Tertius) auf. Mit diesem streicht er NW-SE und fällt mit 60-70° nach SW ein. Die durchschnittliche Mächtigkeit des Ganges beträgt 15-18 m. Vorhanden sind ein Nördliches und ein Südliches Erzmittel von je etwa 500 m streichender Länge und 500 bzw. 400 m Höhe, zwischen denen sich im Sattelkern eine 70-200 m lange taube Zwischenzone erstreckt. Vom Sattelkern schieben die beiden Mittel mit 40-50° nach NW bzw. SE ein.