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Die Leitgedanken SERGE VON BUBNOFFS zur strukturellen Analyse von Plutonen

Möbus, G.

Kurzfassung

In den vielen Jahren seiner wissenschaftlichen Tätigkeit hat Prof. Dr. Dr. h. c. SERGE VON BUBNOFF sich stets in besonderem Maße mit Fragen der strukturellen Analyse von Plutonen beschäftigt. Er erkannte die Möglichkeiten, die für die Untersuchung granitischer Gesteine in einer Verbindung der Magmentektonik von CLOOS mit der Korngefüge-Analyse von SANDER und W. SCHMIDT liegen. Unter Heranziehung weiterer geologischer, petrographischer und chemischer Methoden wird es somit möglich, den zeitlichen Werdegang eines Tiefengesteins von dessen Platznahme, über die Erstarrung bis zu den Bewegungen zu klären, die es nach seiner Verfestigung noch betroffen haben. In vorbildlicher Weise hat der Verstorbene die Anwendbarkeit dieses Untersuchungsverfahrens an den granitischen Gesteinen von Bornholm und an den Graniten des südlichen Schwarzwaldes erprobt. In dem Vortrag wurde die "Methode der strukturellen Analyse von Plutonen" an Beispielen aus neuesten, zum Teil noch nicht abgeschlossenen Arbeiten erläutert, die unter der Leitung von Prof. VON BUBNOFF in den letzten Jahren am Geologisch-Paläontologischen Institut der Humboldt-Universität Berlin und am Geotektonischen Institut der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin durchgeführt wurden. Untersuchungsobjekte sind die granitischen Massive des mitteldeutschen Raumes, so z. B. der Brockengranit im Harz, der Ruhlaer Granit und der Ilmtal-Suhler Granit im Thüringer Wald, der Eibenstocker Granit im Erzgebirge, die Elbtalgranodiorite und der Lausitzer Granodiorit; seit 1956 kamen bulgarische Plutone hinzu. Besonders hingewiesen wurde auf methodische Ergebnisse, die bei den jüngsten Arbeiten gewonnen wurden, z. B. auf die Bestimmung der Lage der besten Teilbarkeit mit Hilfe der Korngefüge-Analyse, auf Möglichkeiten, die zeitraubende Korrektur der statistischen Korngefügemessungen (Schnitteffekt) zu vernachlässigen, auf die Beziehungen in der Regelung der Hauptgemengteile eines Gesteins zueinander sowie auf statistische Bestimmungen der räumlichen Lage von Einschlüssen.