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Graptolithen aus dem Gotlandium des Westharzes

Kraatz, R.

Kurzfassung

Im Bereich des Blattes Zorge (südl. Westharz) sind seit langem einige Aufsattelungen gotlandischer Gesteins-Serien bekannt. Außer dem Kalk von Wieda waren sie jedoch bislang noch nicht Gegenstand genauer stratigraphischer und paläontologischer Untersuchungen. Die Bearbeitung des Gotlandium-Aufschlusses am Mollenberg im Andreasberger Tal brachte die Erkenntnis, daß es sich nicht, wie bisher angenommen, um Ludlow-Schichten handelte. Die aufgesammelte Fauna belegte eindeutiges Ober-Valentium-Alter. Von den insgesamt 17 Monograptus-Arten (davon 4 neue Arten bzw. Unterarten) wurden die für die stratigraphische Zuordnung wichtigen in Lichtbildern und an Hand von Zeichnungen (in 24facher Vergrößerung) vorgeführt: Mon. regularis regularis, Mon. regularis latus, Mon. galaensis, Mon. spiralis spiralis, Mon. planus, Mon. nudus, Mon. cf. marri, Mon. cf. runcinatus pertinax. Die an dem Aufschluß an der Wiedaer Hütte gesammelte und bestimmte Fauna bestätigte das Unter-Ludlow-Alter. Es handelte sich um sechs Monograptus-Arten, nämlich Mon. dubius dubius, Mon. dubius latus, Mon. vulgaris, Mon. tumescens, Mon. colonus, Mon. varians und um Cyrtograptus polykladus n. sp., gleichzeitig die erste überhaupt bekanntgewordene Cyrtograptus-Art aus dem Ludlow. Das zahlenmäßig große Material einer einzigen Art vom Mollenberg - Monograptus kallimorphus n. sp. - wurde genutzt, um die Methoden der Variations-Statistik erstmalig auf die Graptolithen anzuwenden. Die Ergebnisse wurden sowohl nach der klassischen Methode als auch nach solcher dargestellt, wie sie SIMON bei den Spiriferen anwandte. Die modifizierten, auf die Monograpten zugeschnittenen Diagramme wurden vorgeführt und erläutert.