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Erzlagerstätten in Cuba

Schneider, Harras

Kurzfassung

Infolge ihrer Ausdehnung und auf Grund ihrer Stellung nimmt die Insel Cuba im antillischen Orogen einen hervorragenden Platz ein. Die verhältnismäßig junge, aber bewegte geologische Geschichte dieses Abschnittes der Erdkruste hat infolge der bis in das jüngere Tertiär andauernden Gebirgsbewegungen Anlaß zur Bildung vielfältiger und z. T. bedeutender Lagerstätten gegeben. Über einem metamorphen Unterbau aus Gesteinen wohl altmesozoischen Alters, welcher nachweislich noch Serien des Mittleren und Oberen Jura umfaßt, liegt eine nicht metamorphe, örtlich unterschiedlich stark gefaltete Schichtfolge des Oberen Jura, der Kreide, des Tertiärs und Pleistozäns. Auf Grund der Lage der Insel im nördlichen Stamm des Antillen-Orogenbogens mit der Karibischen Masse als Rückland und dem Golf von Mexiko bzw. dem offenen Atlantik als Vorland entwickelt sie sich in ihrer tektonischen Geschichte zu einem aus Teilbecken und -trögen geosynklinal angelegten und bei nach Norden wandernder Faltung in mehreren Phasen aufgefalteten Erdkrustenstück. Die Faltungen sind altersmäßig als hercynisch, laramisch und savisch einzuordnen. Vor, während und nach den Faltungen wurde das Gebiet von Magmen durchtränkt. Letztere sind - wie auch sonst üblich - anfangs stark basisch, differenzieren aber immer stärker in sauerer Richtung. Bereits der initiale Magmatismus führt zur Bildung teils stockartiger sulfidischer Erzkörper, teils exhalativ-synsedimentärer, meist linsenartiger Erzlager pyritischer oder komplexsulfidischer Zusammensetzung in Gesteinen der Kreide. In seine Spätphase ist vielleicht auch schon die Entstehung von Chromiten als Frühabscheidung in heute serpentinisierten Peridotiten zu stellen.