Original paper

Über Umkehrverwerfungen

Wolansky, Dora

Kurzfassung

Schilderung der sog. "Umkehrverwerfungen" an den großen karbonischen Querstörungen des Ruhrgebietes. Nach Ablagerung der Schichten der Oberkreide erfuhr das Ruhrgebiet durch die laramische Gebirgsbildung eine starke Pressung von Nordosten her, senkrecht zum Streichen des Teutoburger Waldes. Bei dieser Gelegenheit wurden die keilförmig eingesunkenen Grabenschollen des Karbons nach oben herausgepreßt, so daß die Transgressionsfläche des Kreidemeeres in den karbonischen Gräben jetzt stellenweise höher liegt als auf den Horsten. Die karbonischen Querstörungen setzen sich ganz überwiegend in den Kreidemergel hinein fort und bewirken eine starke tektonische Zerrüttung desselben, was bis vor kurzem noch stark bestritten wurde. Am Abteufschacht Adolf von Hansemann Ost in Dortmund bot sich in den Jahren 1955/56 die einzigartige Gelegenheit, einen derartigen "Umkehrverwurf" am Quintus ("Bickefelder Störung") im Schacht-, Bohrloch- und Streckenaufschluß eingehend zu studieren. Das Turon war im Bereich der durchsetzenden Störung stark zerklüftet, zerrüttet und teilweise verworfen, und die von der karbonischen Grabenscholle her zu dem auf der Horstscholle stehenden Schacht vorgetriebene Richtstrecke geriet beim Durchörtern der Störung aus Schiefertonen des Karbons in abgesunkene Partien des Cenomans, den sog. "Essener Grünsand". Die Karbonoberfläche ist im vorliegenden Falle um etwa 16 m gegensinnig verworfen.