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Vorgeschichtliche Fundstätten in niederrheinischen Flugsanddünen

Stampfuss, Rudolf

Kurzfassung

In den letzten Jahrzehnten ist vielfach versucht worden, das Alter der Flugsanddünen mit Hilfe der in ihnen eingelagerten vorgeschichtlichen Funde näher zu datieren. Im Jahre 1930 hat H. BUDDE (1930) den Versuch unternommen, durch pollenanalytische Untersuchungen das Alter der Dünen im Weißen Venn zu bestimmen. 1932 untersuchte F. KREIKEMEIER (1934), ein Schüler von W. LÖSCHER, vorgeschichtliche Fundplätze auf Dünen des Weißen Venn. Er konnte hier Fundstücke aus dem Spättardenoisien, vielleicht noch aus dem Mitteltardenoisien, ermitteln. Die Dünen müssen hier festgelegen haben, als der Mensch erschien. Im Jahre 1949 berichtete F. LOTZE (1949) über das Alter einiger Dünen an der oberen Lippe, und 1950 handelte K. BRANDT (1950) über das Alter der Dünen im unteren Lippegebiet. In dieser Arbeit hatte BRANDT nur Spättardenoisien auf den Dünen feststellen können. In einer späteren Arbeit (1956) konnte er allerdings auch schon von Frühtardenoisien auf Dünen in der Emkumer Mark und Lavesum berichten. Es zeigt sich also, daß die Flugsanddünen schon seit dem Frühtardenoisien vorhanden waren und von Menschen besiedelt worden sind. Allerdings spricht ein Beispiel von Emkum, wo Funde des Früh- und Spättardenoisien unter 50 cm Flugsand in einem Rohhumushorizont lagen, dafür, daß nach der Besiedlung durch den Menschen eine neue Überwehung erfolgt ist.