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Neue Untersuchungsergebnisse zur Tektonik im Vestischen Hauptsattel

Adler, R.

Kurzfassung

Im Rahmen der Forschungsarbeiten im Auftrage der Montangeologischen Arbeitsgemeinschaft für die westdeutschen Steinkohlengebiete ergab die Tektonik des Vestischen Sattels in seinem mittleren Teil, etwa nördlich des Stadtgebietes von Gelsenkirchen-Buer, das Thema zu einer eigenen Untersuchungsarbeit. Der Vestische Hauptsattel liegt zwischen der Emscher Mulde im Süden und der Lippe-Mulde im Norden und bildet die vorletzte Satteleinheit des nördlichen Ruhrkarbons. Im Westen wird der Untersuchungsbereich etwa vom Graf-Moltke-Sprung, im Osten vom Ewald-Sprung begrenzt. Im Norden verläuft das Bertlicher Blatt (E-W), im Osten eine Aufschiebung nach Norden, im Westen eine Blattverschiebung mit Versetzung der Südscholle nach Westen darstellend. Den Südrand bildet der Westerholter Schachtwechsel. Der Vestische Hauptsattel, der in diesem Teil ein flaches, weitgespanntes Gewölbe mit schwacher Spezialfaltung (fast als Wellung anzusprechen) bildet, löst sich nach Westen und Osten in ein stark spezial gefaltetes Antiklinorium auf, dessen Achsen am Rande des Arbeitsgebietes ansetzen und mit Entfernung vom Untersuchungsbereich auseinanderlaufen. Eine im NW heranlaufende Schar von Sprüngen setzt ebenso am Rande des Gebietes ab, wie der Hannibal-Sprung im Süden oder der Primus-Sprung, der sich südlich des Arbeitsbereiches zerschlägt. Der Ewald-Sprung zeigt als Begrenzung des Gebietes eine auffallende Ausbiegung nach Osten und im gleichen Abschnitt seinen geringsten Seigerverwurf. Die Karbonoberfläche unter dem Deckgebirge weist eine intensive morphologische Gliederung auf, die zu den Achsen des Gewölbes in Beziehung gesetzt werden kann.