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Ergebnisse der geologischen Kartierung auf der Schwäbischen Alb

Gwinner, M. P.

Kurzfassung

Seit Frühjahr 1955 betreibt das Geologische Institut der Technischen Hochschule Stuttgart unter Leitung von Professor Dr. H. ALDINGER geologische Kartierungsarbeiten auf der Schwäbischen Alb, wesentlich unterstützt von der Gewerkschaft Elwerath, Erdölwerke Hannover. Bis jetzt wurde auf 15 Blättern der topographischen Karte 1:25 000 kartiert, 7 davon sind vorläufig fertiggestellt: Blaubeuren, Buttenhausen, Gammertingen, Giengen a. d. Br., Heidenheim, Mehrstetten und Weidenstetten. Bei der Aufnahme konnte eine Reihe neuer Beobachtungen zur Geologie des Oberen Weißjura gemacht werden, insbesondere deshalb, weil die kartenmäßige Inventur eines Gebietes am ehesten geeignet ist, auch ein vollständigeres Bild der Stratigraphie und Tektonik zu gewinnen. Die bisherigen Ergebnisse der Arbeiten lassen sich wie folgt zusammenfassen: Ausgehend von der Gegend um Urach konnte nachgewiesen werden, daß der sog. Massenkalk des höheren Weißen Jura den Stufen delta, epsilon und zeta 1 ulmensis-Schichten zugeordnet werden muß. Gleichzeitig ergaben petrographische Untersuchungen am Massenkalk, daß einzelne seiner petrofaziellen Varietäten einen gewissen stratigraphischen Leitwert haben (vgl. Vortrag von Herrn HUMMEL am 29. November 1957). Insbesondere wurde im Verlaufe der ausgedehnten Kartierungsarbeiten immer deutlicher erkennbar, daß der sog. "zuckerkörnige Lochfels" (QUENSTEDT) vorwiegend zum obersten Weißjura delta (delta 4), allenfalls zum epsilon gehört. In weiten Gebieten zeigte sich, daß die geschichteten Kalksteine der Stufen delta, epsilon und zeta 1 seitlich mit gleichaltrigem Massenkalk in faziellem Verband stehen. Dabei schwillt z. T. die Mächtigkeit beim Übergang in die zoogene Fazies stark an, z. T. ist jedoch kaum eine Zunahme zu beobachten. Das Wachstum der Schwammriffe, die uns als Massenkalk erhalten sind, setzt sich wohl überall bis in den Weißjura zeta 1 fort, wobei allerdings die Verbreitung der geschichteten Fazies ab epsilon wieder zunimmt. Die geschichteten Gesteine treten nicht in "Schüsseln" auf. Erst die Zementmergel (zeta 2) wurden diskordant in den Hohlformen des submarinen Reliefs abgelagert, das während des Weißjura delta, epsilon und zeta, 1 entstanden war.