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Erdmagnetische Untersuchungen an den Gasvulkanen der Schwäbischen Alb

Keppner, G.

Kurzfassung

Der Vortrag hatte eine Vermessung Urach-Kirchheimer Vulkanschlote zum Gegenstand, die 1956 mit der Schmidtschen Vertikal-Feldwaage durchgeführt wurde und zur Entdeckung von über 10 Schloten führte. Nach allgemeinen Erörterungen über Erd- und Gesteinsmagnetismus und der Darstellung eines normalen Störbildes in Grundriß (Isanomalenkarte) und Querschnitt (Delta Z-Kurve) ging der Vortragende auf verschiedene Deutungsverfahren ein und versuchte deren Möglichkeiten und Grenzen an einem Beispiel aufzuzeigen. Weitere Punkte des Vortrags waren eine Besprechung der Eisenrüttelschlote, eine Zusammenstellung von Ursachen anomaler Magnetisierung bei Tuff- und Basaltkörpern des vorliegenden Typus, schließlich der Versuch, das jeweilige Relief der vermessenen Vulkane als von den umgebenden Gesteinspartien geprägt zu erklären. Zuletzt ging der Vortragende auf die Frage nach einer tektonischen Bedingtheit der Schlote in bezug auf Gestalt und Gruppierung ein. Für das Gebundensein an prävulkanisch angelegte Kluftsysteme wurden folgende Argumente geltend gemacht: 1. In einer Richtung aufgereihte, eng benachbarte Schlote. 2. Deutliche Längserstreckung verschiedener Gebilde. 3. Gangartige Ausläufer. 4. Die Identität der gefundenen Schlotgrenzen mit allgemeinen tektonischen Hauptrichtungen, vor allem der rheinischen. Verschiedene Beobachtungen weisen darauf hin, daß selbst extrem oberflächennahe Einflüsse die letzte Aufstiegsetappe und damit Gestalt und Gruppierung der Schlote bestimmten.