Original paper

Das postsaalische Relief im Saarland

Selzer, G.

Kurzfassung

Aus dem Gebiet zwischen Saar und Mosel, in dem das Westende des Rheinischen Schiefergebirges unter die Trias nach Westen abtaucht, sind seit langem (VAN WERWECKE 1889) anomale Anlagerungsbedingungen der Trias an den paläozoischen Vorkommen bekannt, die den Begriff der paläozoischen "Klippen- und Zeugenberge" als lokale Erscheinungen eingeführt haben. Neuere Untersuchungen lassen den Nachweis führen, daß diese Bedingungen der anomalen Auflagerung der triadischen Schichten auf einen älteren Unterbau nicht nur lokal ausgebildet sind, sondern sich regional im ganzen Saarland nachweisen lassen. An dem älteren Unterbau beteiligen sich alle älteren Formationen bis einschließlich Unterrotliegendes, d. h. alle Schichtstufen, die älter sind als die saalische Orogenese bzw. die von der saalischen Orogenese erfaßt worden sind. Diese saalische Orogenese, die an der Wende von Unterrotliegendem zum Oberrotliegenden stattgefunden hat und im Saarland die intensive Hauptfaltung des innervaristischen Saar-Nahe-Troges darstellt, die auch von einem intensiven Magmatismus begleitet war, hat einen tektonischen Bau hinterlassen, der sich im Saarland in mehreren Strukturen aufgliedern läßt. Die nachfolgenden Sedimente, und zwar schon das Oberrotliegende mit den Waderner Schichten als ältestem Schichtglied, haben diesen Unterbau der präsaalischen Gesteine und Strukturen als ein sehr kräftig akzentuiertes Relief vorgefunden und ohne nennenswerte Einebnung bedeckt und fossilisiert. Dieses fossile Relief ist besonders markant erhalten an den saalischen Antiklinalen allgemein und speziell an solchen Gesteinen, die sich durch größere Härte und Wetterbeständigkeit auszeichnen, z. B. dem Taunusquarzit des Hunsrückes, den Eruptivgesteinen der Düppenweiler Antiklinale oder dem Holzer Konglomerat des Saarbrücker Karbonsattels. So lassen sich an vielen Stellen Höhenunterschiede im postsaalischen Relief bis zu 300 m bei Horizontalentfernungen von 1 km feststellen, wobei alte Talbildungen zu rekonstruieren sind.