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Probleme um eine Wasser-Probebohrung im Saarland

Selzer, G.

Kurzfassung

Die Wasserversorgung des Saarlandes basiert auf der Grundwassergewinnung aus älteren Formationen, vornehmlich aus dem Buntsandstein. Vorsorgliche Maßnahmen zur zukünftigen Bedarfssicherung waren die Ursache zu einer Überprüfung der Gewinnungsmöglichkeit von Grundwasser aus dem Buntsandstein der Pfälzer Triasmulde, wo einmal bei tiefster Einmuldung das größtmögliche Einzugsgebiet des Buntsandsteingrundwassers gegeben ist, wo aber zugleich noch Untersuchungen darüber fehlten, ob der in seinen Grundwasserbedingungen unbekannte tiefere Buntsandstein in seiner hohen Überdeckung die gleichen physikalischen und hydrologischen Merkmale besitzt wie in Oberflächennähe. Die Probebohrung, die darüber Aufschluß geben sollte, wurde angesetzt im unteren Bliestal bei Blickweiler, Kreis Homburg, genau auf der Achse der Pfälzer Triasmulde. Die Bohrung begann im Oberen Buntsandstein und hat den Mittleren und Unteren Buntsandstein in einer Mächtigkeit von 409 m und in der gleichen Ausbildung wie im Pfälzer Wald angetroffen, was bislang unbekannt (Abb. 1) war. Die hydrologischen Bedingungen waren im ganzen Profil generell dieselben wie in den bisherigen und flachen Wasserbohrungen. Der artesische Auslauf betrug 56 l/s, beim Probepumpen wurde bei einer Spiegelsenkung auf 15 m eine konstante Förderung von 80 l/s erreicht, wobei nahe Beobachtungsbrunnen nur einen engen und flachen Absenkungstrichter ergaben. Demgegenüber zeigen die speziellen Untersuchungen des bislang als einheitlich angesprochenen Buntsandstein-Grundwassers markante Unterschiede im Befund des Wassers aus den verschiedenen Tiefenlagen (s. Abb. 2), die zu einer Kritik Anlaß geben. Auf Grund der Ergebnisse dieser nach dem Zusammenhang von geologischem Aufbau und Grundwasserhaushalt angesetzten Probebohrung sind inzwischen neue Tiefbohrungen begonnen bzw. schon fertig errichtet worden, die einmal eine Erschließung von Grundwasser in einer Menge bis zu 200 000 cbm/Tag und guter Qualität aus dem Buntsandstein dieser Axialzone der Pfälzer Triasmulde in Aussicht stellen und die andererseits durch ihre eindeutige tektonische Lage eine bessere haushälterische Nutzung des Grundwasserschatzes gewährleisten, als es bislang in den zu den genannten Zusammenhängen unorientiert gelegenen und unwirtschaftlichen Einzelanlagen der Wassergewinnung im Buntsandstein des Saarlandes geschehen ist. Diese Ergebnisse führen zu einer Neuorientierung der Wasserversorgung der hauptsächlichen Siedlungs- und Industriegebiete des Saarlandes.