Original paper

Zur Lage der Extremwerte bei den 10jährigen Quellbeobachtungen im Frankenberger Raum

Sobotha, E.

Kurzfassung

Vor über 20 Jahren begonnene Quelluntersuchungen sollten durch Ermittlung von Eigenheit und Weg des Grundwassers Hinweise für den geologischen Bau eines Gebietes geben; seit rund 10 Jahren kam hinzu, den Schwankungsbereich der Eigenschaften des Grundwassers zu erkennen. Der Frankenberger Raum schien für Beobachtungen geeignet, wenn auch eine neuzeitliche Kartierung noch nicht abgeschlossen ist. Neben den Quellen des Listenbachgebietes, eines das Umland überragenden Buntsandsteinklotzes, wurden die wichtigsten Quellen in Quellreihen entsprechend den geologischen Verhältnissen erfaßt. Wenn z. B. die Gesamthärtekurven öfters, besonders um November herum, auffallende Spitzenwerte zeigen, so gibt trotzdem eine graphische Zusammenstellung der jeweils in einem Monat gefundenen Werte ein gleichmäßiges, gar nicht breites Band. Es ist am schmalsten nach Ablauf der Winterniederschläge vor dem Einsetzen der "Juli"-Regen, jetzt sind die Schwankungen am geringsten. Die Zusammenstellungen der Schwankungsbreite von Härte. Chlorid, Temperatur u. a. Daten läßt Quellgruppen klar heraustreten. Für den Chloridgehalt zeigte sich u. a. die Bedeutung des Herkunftsgebietes, ob bewaldet oder in Ackernutzung. Für die Karbonathärte z. B. waren die vom Grundwasser durchströmten Schichten, z. B. Buntsandstein oder Zechstein, wesentlich. Schwankungsbereich der Temperatur war eine Folge der Tiefenlage der Strömung unter der Oberfläche. Blockbildreihen geben Herkunft, Eigenschaft und Wege der verschiedenen Grundwasserkörper. Stetige Änderung des Chemismus eines Grundwasserstromes wurde am Beispiel der Quellreihe Gernshsr. Teich-Papierborn gezeigt. Die Kurven der monatlichen Meßergebnisse laufen mit all ihren Schwankungen parallel. Diskussion der Lage der Extremwerte in den verschiedenen Jahren verlangt Heranziehen der örtlichen Aufzeichnungen des Wetterdienstes unter Berücksichtigung der geologischen Verhältnisse.