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Schwefelkiesvorkommen auf der Insel Karmöy (Norwegen)

Geis, H.-P.

Kurzfassung

Der Vortragende brachte einen Überblick über die Ergebnisse seiner Arbeiten für die Metallgesellschaft. Die Insel Karmöy liegt an der Westküste Norwegens. Die Gesteine streichen auf ihr im wesentlichen NW-SE und fallen steil nach NE. Nach der E-Küste zu legen sie sich flacher und bilden am E-Rand Karmöys gleichzeitig eine Mulde. Vom Hangenden zum Liegenden wurden folgende Gesteine ausgeschieden: Grünschiefer (vermutlich umgewandelter Tuff), Amphibolschiefer (umgewandelte Lavaströme), Hornblende-Plagioklas-Gneis (vermutlich ebenfalls umgewandelte Lava), saurer Gneis. Die Schwefelkiesvorkommen sind im Grünschiefer und Amphibolschiefer auf Zonen angeordnet, die dem Streichen der Gesteine parallel verlaufen. Innerhalb der Zonen ist die Mineralführung ± charakteristisch. Sie besteht aus den Kombinationen: Magnetit-Pyrit, Magnetit-Magnetkies-Pyrit oder Magnetkies-Pyrit. Die Hauptvererzung liegt bei der Ansiedlung Vigsnes und besteht aus Pyrit mit Kupferkies und Zinkblende. Die Erze sind auf den Zonen in Form von lanzettförmigen Gebilden angereichert, deren Längsachsen den Hauptfaltenrichtungen parallel verlaufen. Ihr Aufbau ist teilweise sehr kompliziert. Die Beobachtungen deuten darauf, daß die Lagerstätten syngenetisch und submarin-exhalativ entstanden und dem frühkaledonischen Initialmagmatismus zuzuordnen sind. Das Alter der Lagerstätten und ihrer Nebengesteine ist unterordovizisch.