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Stratigraphische und fazielle Probleme im Paläozoikum der nordwestlichen Dillmulde

Rabien, A.

Kurzfassung

Einleitend zu den 3 Vorträgen der Monatsversammlung vom 27. März 1958 über die Geologie der Dillmulde wird definiert, was wir heute im Anschluß an KEGEL (1934) unter dem Begriff der Dillmulde verstehen. - Die Begrenzungen nach SW (Westerwald) und nach NE (Frankenberger Bucht) wurden durch jüngere geologische Ereignisse geschaffen. Die alte tektonische Struktur der Dillmulde geht nach SW in die Moselmulde über; das NE-Ende liegt nach neueren Untersuchungen von J. KULICK am E-Rand des Schiefergebirges bei Waldeck. Es dürfte den großen tektonischen Überblick erleichtern, wenn man den Zusammenhang des Muldenzuges von der Mosel bis zum Ederstausee auch nomenklatorisch ausdrückt: Dillmulde s. l. oder besser Mosel-Dill-Mulde bzw. Mosel-Dill-Eder-Mulde. Die alten Begriffe der Mosel- oder Dillmulde sensu stricto sind auch dann noch gültig, und zur lokalen Beschreibung ist es nützlich, innerhalb dieser Einheiten weiterhin spezielle Sattel- und Muldenzüge auszuscheiden und zu benennen. Das Tal der Dill zwischen Dillbrecht, Dillenburg und Herborn ist als locus typicus der Dillmulde sehr geeignet, da es die gesamte Schichtenfolge vom hohen Unterdevon (Ems-Stufe) bis zum jungen Unterkarbon (Goniatites-Stufe) aufschließt. Die Nebentäler (besonders die von Aubach, Schelde und Donsbach) liefern zusätzlich Aufschlüsse mit verschiedenen Faziesausbildungen. An Hand von Tabellen, Diagrammen, Profilen und Fotos wird ein Überblick gegeben über die z. Z. wichtigsten stratigraphischen und faziellen Probleme.