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Das Mitteldevon am Nordwestrand der Dillmulde

Klitzsch, E.

Kurzfassung

Auf Grund von Neukartierungen und Spezialaufnahmen wurde ein Überblick über die Schichtfolge des Mitteldevons am NW-Rand der Dillmulde gegeben. Mit geringfügigen Einschränkungen liegt danach bis in die mittlere Givet-Stufe eine jeweils sehr gleichförmige Ausbildung der einzelnen Schichtglieder vor. Die litho- und biofaziellen Merkmale sprechen für Ablagerung in einem mehr oder weniger landfernen, ruhigen Meeresbecken. Neben tonigen Sedimenten kommen in der höheren Eifel- und in der Givet-Stufe auch Sande zur Ablagerung. Ausweislich eingeregelter Styliolinen wurden die Sande der Eifelstufe bei nördlichen, die der Givet-Stufe bei nordwestlichen Bodenströmungen sedimentiert. Mit Einsetzen des Schalsteinvulkanismus in der mittleren Givet-Stufe beginnt eine unterschiedliche fazielle Entwicklung. Während im NE bis in die Nehden-Stufe Tone abgelagert werden, kommt es im SW zur Sedimentation mächtiger Tuffe und effusiver Diabase. Beide Faziesentwicklungen verzahnen sich im mittleren Untersuchungsgebiet. Generell setzen die vulkanischen Gesteine von SW nach NE in immer jüngeren Schichten ein, was wahrscheinlich mit der fortschreitenden Einsenkung der Dillmulde in dieser Richtung zu erklären ist. Vor allem im mittleren Untersuchungsgebiet liegen Anzeichen dafür vor, daß die von R. SCHÖNENBERG (Geol. Jb., 71, Hannover 1956) aus dem höheren Oberdevon der nordöstlichen Dillmulde beschriebene unterschiedliche Einsenkung entlang quer zum Streichen der Dillmulde verlaufender Zonen schon in der Adorf-Stufe wirksam war.