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Das Eisenerz des Lias gamma am Kahlberg bei Echte (Süd-Hannover) und seine Genese

Finkenwirth, A.

Kurzfassung

Die sedimentäre Eisenerzlagerstätte des Kahlbergs bei Echte gehört dem Lias gamma einer am Nordende des Leinetalgrabens besonders tief eingebrochenen Jura-Scholle an. Auf der flach ansteigenden Westrandstörung des Leinetalgrabens ist Zechsteinsalz aufgedrungen. Die Lagerstätte ist heute durch 4 Tiefbausohlen erschlossen. Petrographisch lassen sich zwei Erztypen unterscheiden: ein rotbraunes Erz, das überwiegend aus Hämatit und Kalzit sowie geringen Mengen von Chamosit und Siderit besteht, und ein grünes Erz, das zum größten Teil aus Chamosit, Siderit und Kalzit besteht. Beide Erztypen besitzen oolithische Struktur. Zur Erfassung der unterschiedlichen petro-faziellen Ausbildung des Erzlagers wurden etwa 200 feinstratigraphische Profile aufgenommen. Zur Teufe hin stellt sich eine taube, kalkig-mergelige Einschaltung, das sogenannte Zwischenmittel, innerhalb des Erzlagers ein, das dadurch in eine Unterbank und eine Oberbank gegliedert wird. Kurven gleicher Gesamtmächtigkeit zeigen NE-streichende Schwellen und Becken. Während der Unterbankzeit trennt eine synsedimentäre Störung einen schneller sinkenden von einem langsamer sinkenden Raum. Eine Zone größter Mächtigkeit ist dem im Westen des Grubengebäudes angefahrenen Salzaufbruch vorgelagert. Das Becken hebt sich in Richtung auf den Salzaufbruch schnell heraus. Am Beckenrand liegen geringmächtige konglomeratische Bildungen an der Basis der Unterbank. Auf der nordwestlich gelegenen Schwelle fand keine Sedimentation, sondern Aufbereitung statt. Die Ton- und Toneisensteingeoden des Lias beta wurden den Schwellenhang hinab in das Becken geschüttet. Auch zur Zwischenmittelzeit ist das dem Salzaufbruch vorgelagerte Becken zu erkennen. Der Beckenrand ist wieder durch konglomeratische Bildungen gekennzeichnet. Auf der Schwelle findet weiterhin Aufbereitung statt. Die Oberbank grenzt mit ihrer größten Mächtigkeit an den Salzaufbruch. Die Schwelle macht sich auch in diesem Zeitabschnitt durch Einschüttung klastischer Komponente bemerkbar.