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Bericht über die Exkursionen anläßlich der 110. Hauptversammlung in Marburg a. d. Lahn vom 1. bis 9. September 1958. II. Exkursionen in die Hessische Senke. Exkursion F. Mesozoikum und Tertiär der Hessischen Senke. Geologie der Umgebung von Eschwege und d

Busse; Hentschel; Kutscher; Laemmlen; Pflanzl; Rösing; Udluft

Kurzfassung

Nach der Fahrt von Großalmerode durch den Gelstertalgraben westlich des Meißners und durch das Buntsandsteingebiet von Waldkappel wurden zunächst einige Profile durch die Abfolge des Mittleren Buntsandsteins in der näheren und weiteren Umgebung von Eschwege vorgeführt. Die Aufschlüsse liegen im Bereich der Hunsrück-Oberharz-Schwelle und weisen daher zum Teil erhebliche Mächtigkeitsreduktionen in den einzelnen Schichtgliedern gegenüber den westlich gelegenen Gebieten auf. 1. Böschungsanschnitt an der Bundesstraße 7/27, 100 m südöstlich Hoheneiche (Blatt 4825 Waldkappel). An der etwa 500 m langen Straßenböschung ist die "Wechselfolge des Unteren Buntsandsteins" (su't,s) und der Mittlere Buntsandstein mit Schichtgliedern sämtlicher Gruppen ("Quecker Gruppe", smQ; "Hersfelder Gruppe", smHe, und "Solling-Gruppe", smS) erschlossen. Die Schichten fallen verhältnismäßig stark nach Süden zum "Hoheneicher Graben" hin ein und werden von drei Verwerfungen durchsetzt. Die "Wechselfolge des Unteren Buntsandsteins" (su't,s) baut sich aus meist kräftig rot bis braunrot (untergeordnet auch violettrot, graugrün und weißlich) gefärbten, feinkörnigen, milden, dünnplattigen und blättrigen, ebenschichtigen Tonsandsteinen und roten, z. T. auch graugrünen Tonsteinen und grünvioletten Tonglimmerlagen auf. Die Sandsteine und auch die Tonsteine weisen ebenfalls meist einen mehr oder weniger reichen Anteil an Glimmer auf. Der Mittlere Buntsandstein baut sich aus den drei vorgenannten Gruppen auf. Die "Quecker Gruppe" ist in zwei Ausschnitten vertreten, und zwar mit ihrem unteren Teil in einer etwa 65 m breiten Scholle, die gegen Unteren Buntsandstein gestört ist. Sie erschließt gerade noch die höchsten Schichten des "Quecker Grobsandsteins" (smQ's) sowie den unteren Teil der "Quecker Wechselfolge" (smQ't,s). Es sind mittel- bis grobkörnige, dünnbankige, mürbe, blaßrotbraune Sandsteinlagen, die den obersten Teil des "Quecker Grobsandsteins" vertreten. Die darüber folgende "Quecker Wechselfolge" baut sich wieder aus einer Wechsellagerung von fein- bis mittelkörnigen, blaßroten bis fleischroten (z. T. auch blaßgrüngrauen), meist deutlich feingestreiften und gebänderten, harten Sandsteinplatten und roten, untergeordnet auch graugrünen Tonsteinen auf.