Original paper

Alexander von Humboldt (1769-1859) - Geologie und südamerikanische Pläne - Urkunden und Tatsachen

Podach, E. F.

Kurzfassung

Das Archiv der Académie des Sciences besitzt, neben der Bibliothek des Institut National, den reichsten Schatz von HUMBOLDT-Dokumenten in Paris. Manche sind noch überhaupt nicht, andere zu einer Zeit und an Stellen veröffentlicht, die ihre angemessene Kenntnis verhindern. Von den Urkunden aus der Zeit seiner großen Reise kommt dem unter den Papieren der Sitzung vom 29 Brumaire XII (21. November 1803) klassifizierten Bericht an das Institut eine besondere Bedeutung zu. In diesem, die universalen Interessen von HUMBOLDT eindrucksvoll bezeugenden Schreiben meldet er im eigenen Namen und in dem von AIMÉ BONPLAND den Abschluß der südamerikanischen Forschungsreise. Verschiedene Mitteilungen in dem hier nach dem Original übersetzt wiedergegebenen Bericht, vor allem die Kommentare zu den nach Paris gerichteten Gesteinssendungen, geben Einblick in seine geologischen Vorstellungen bei Beendigung der Fahrten in den tropischen Vulkanländern. HUMBOLDT, der Schüler von ABRAHAM GOTTLIEB WERNER, war auch angesichts der mächtigen Feuerberge und ihrer Wirkungen ein überzeugter Neptunist geblieben. Jahrzehnte später sagte HUMBOLDT von seinem Freiberger Lehrer, er habe die Geologie als den träumerischen Teil der Geognosie betrachtet. Die Ideen, denen er selbst in der Geologie von Anfang bis Ende seiner Reise anhing, waren das Produkt einer schon damals angefochtenen Geognosie. Erst später, im Laufe der Aufarbeitung des Materials, dank ergänzender Geländeerfahrungen, insbesondere der Vesuvbesuche, und unter dem Einfluß seines Freundes LEOPOLD VON BUCH, erschloß sich ihm die Bedeutung des Vulkanismus.