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Die Eisenspitze am Kalkalpensüdrand (Lechtaler Alpen, Tirol)

Huckriede, Reinhold

Kurzfassung

Einleitung Eine Begehung der Eisenspitze im Sommer 1956 zeigte, daß daselbst die hier seit Jahrzehnten angenommenen Gosaubildungen nicht vorhanden sind, dagegen die Schichtfolge vom Karn bis zur Basis der Oxford-Radiolarite gewaltige Massen von Breccien und Konglomeraten aufweist. Diese bemerkenswerte Fazies am Südrand der Kalkalpen, die Tatsache, daß die Metamorphose sogar das Skyth ergriffen hat und sich für die allgemein angenommene tektonische Grenze zwischen Metamorphikum und Kalkalpen keine Anzeichen fanden, ließen den Wunsch nach einer eingehenderen Bearbeitung dieses Berges aufkommen. Die Erfüllung desselben im Sommer 1957 ermöglichte mir ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der herzlich gedankt sei. Ferner gilt mein Dank der Bergbauernfamilie ROBERT SCHMIED in Flirsch, die mir während meiner Geländeuntersuchungen viel Gutes getan und damit die Arbeit sehr gefördert hat. Auch vielerlei geländekundlichen Rat und Belehrungen über die Flur- und Bergnamen verdanke ich Herrn ROBERT SCHMIED. Lage des Gebietes Das Dorf Flirsch, von dem man die Eisenspitz-Berggruppe am besten erreichen kann, liegt im Stanzertal und wird von der Bahnlinie Innsbruck-Landeck-Bludenz berührt. Durch das Untersuchungsgebiet verläuft die Grenze Kalkalpen/Zentralalpines Metamorphikum. Stratigraphie Granatglimmerschiefer und (untergeordnet) Phyllite Die metamorphen Schiefer wurden nur soweit bearbeitet, als es die Frage des Kontaktes Kalkalpen/Zentralalpen unbedingt erforderte. Diese Gesteine, bislang als Quarzphyllit oder Landecker Phyllit bezeichnet (HAMMER 1919, AMPFERER 1920, 1930, 1932, S. 55-57; AMPFERER, HAMMER & REITHOFER 1932), sind in den älteren Teilen schon als Glimmerschiefer zu bezeichnen, was schon CARL SANDER (1840, 18. und 21. Juli), der erste Geologe, der im behandelten Gebiet forschte, und SKUPHOS (1894, Abb. 6, die allerdings ein recht falsches Profil durch das Eisenspitz-Gebiet gibt) erkannt haben.