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Kambrische Conodonten

Müller, Klaus J.

Kurzfassung

Übersicht Aus dem mittleren und oberen Kambrium werden die ältesten bisher bekanntgewordenen Conodonten beschrieben. Das Material stammt von 40 Fundpunkten in Europa (Schweden, Norddeutschland) und Nordamerika (Nevada, Oklahoma, Süddakota, Utah, Wyoming). Von den 8 im sicheren Kambrium nachgewiesenen Gattungen sind 5 auch noch im Ordovicium vorhanden, die systematischen Unterschiede höherer Ordnung treten also hinter den Gemeinsamkeiten der beiden Formationen zurück. 4 Genera werden neu beschrieben: Furnishina, Hertzina, Proacodus und Westergaardodina. Letztere ist das Problematicum I von WESTERGÅKD 1953, dessen Zugehörigkeit zu den Conodonten im einzelnen begründet wird. Alle 27 neu beschriebenen Arten weichen, z. T. erheblich, von den ordovicischen Formen ab. Abgesehen von der mehrzahnigen Gattung Cordylodus im fraglichen obersten Kambrium und der 2-3spitzigen Westergaardodina sind die vorliegenden Formen einfache Conodonten. Sie zeichnen sich durch sehr große Basalhöhlen (mit wenigen Ausnahmen, die extrem schmal und lang sind), wenig differenzierte Querschnitte sowie oftmals Flächen an der A- oder B-Seite aus. Verglichen mit dem Ordovicium sind sie im Kambrium selten. Anhangsweise wird ein weit verbreitetes, den Conodonten äußerlich ähnliches Problematicum (Problematoconites perforata n. gen. n. sp.) beschrieben. Einzelne Formen haben Bedeutung als Leitfossilien im oberen Kambrium, über ihre vertikale Verbreitung gibt die Tabelle 3 auf S. 476 Aufschluß.