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Zur Tektogenese Nordost-Brasiliens

Grabert, Hellmut

Kurzfassung

Zusammenfassung Ausgehend von der Betrachtung des N 20° E angelegten Bahia-Graben-Systems mit (brackisch-fluviatiler) Unterkreide-Füllung und dem im Osten parallel dazu verlaufenden unter- und oberkretazischen Küstenstreifen wird ein Bild des tektonischen Baues Nordost-Brasiliens entworfen. Es zeichnet sich dabei der archaische Block von Mato Grosso ab, der randlich, besonders im uns interessierenden küstennahen Gebiet, durch die assyntisch ausgefalteten Brasiliden zum eigentlichen Brasilianischen Schilde i. w. S. erweitert wurde. Flachliegende granitoide Komplexe zwischen den zum Hochgebirge aufgefalteten Brasiliden der Serra de Jacobina, Serra do Sao Francisco usw. und dem wieder stärker verfalteten Küsten-Kristallin lassen archaische Reste einer (vor-) algonkischen Regeneration vermuten. Die algonkische Geosynklinale der Brasiliden östlich des Rio Sao Francisco liegt im Zuge eines alten Lineamentes, das im Alt-Mesozoikum durch eine intrakontinentale Depression erneut auflebte. Neben dieser mit Sao-Francisco-Richtung bezeichneten N-20°-E-Anlage mit überwiegender Senkungstendenz tritt als mechanisches Ausgleich-Element die N-40°-W- oder Amazonas-Richtung auf, die vielfach durch eine Hebungstendenz gekennzeichnet wird. Es wird vorgeschlagen, diese Hauptrichtungen im Bauplan Brasiliens nach STILLE als die der Brasiliden für die N-20°-E- und als die der Guayaniden für die N-40°-W-Richtung zu bezeichnen.