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Braunkohlenwälder und Vulkane auf Teneriffa

Teichmüller, R.

Kurzfassung

Die Flora, die wir in der Gegenwart in den Sumpfgebieten der warmen Zonen finden, ist in der Regel eine andere als die der Braunkohlenmoore der Tertiärzeit. Die Flora hat sich eben seit jener Zeit weiterentwickelt. Nur in einem kleinen Refugium haben sich überraschend viele Vertreter der Tertiärflora - oder doch sehr nahe verwandte Arten - bis jetzt erhalten. Dieses berühmte Reservat altertümlicher Formen ist die Insel Teneriffa. Die Tertiärflora Mitteleuropas zeichnete sich bekanntlich durch eine Mischung europäischer, nordamerikanischer und ostasiatischer Formen aus (so beheimatet Ostasien heute Metasequoia, Sciadopitys, Glyptostrobus, Pandanus, Nordamerika dagegen Sequoia und Taxodium, Nyssa, Persea, Cyrilla). Die "Mischflora" des Tertiärs konnte sich nämlich dank der damals günstigen Klimaverhältnisse zirkumpolar ausdehnen. Erst die Eiszeiten des Pleistozäns zerstückelten diesen großen einheitlichen Floragürtel. Seine Reste entwickelten sich fortan unabhängig voneinander weiter.