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Abflußmechanismus unterirdischer Wässer

Schulz, G.

Kurzfassung

Die umfangreichen geohydrologischen Arbeiten des letzten Jahrzehnts, vor allem für die praktischen Erfordernisse der Trinkwasserversorgung und der Abwasserbeseitigung in SW-Deutschland, haben manche neuen Erkenntnisse gebracht. Diese erstrecken sich auf die Erforschung der Fließrichtung und Fließgeschwindigkeit unterirdischer Wässer, wobei erhebliche Schwankungen auf kleinstem Raum vorkommen und eine deutliche Abhängigkeit von der jeweiligen Wasserführung im Untergrund besteht. Es werden die Untersuchungsverfahren kritisch behandelt und ausgesuchte Beispiele, besonders aus dem Verbreitungsgebiet der Trias in Baden-Württemberg, gebracht. Auf die praktischen Folgerungen der Versuche wird hingewiesen. Sie ergeben sich vor allem aus der geringen Filterkraft des meist klüftigen und verkarsteten Untergrundes, die erheblich geringer ist, als im allgemeinen angenommen wird, und aus dem gelegentlich sehr langen Rückhaltevermögen für Verschmutzungen jeder Art, die eine zusätzliche, latente Gefahr für viele Trinkwasserversorgungsanlagen des Arbeitsgebietes bedeuten.