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Die Vulkanite der Westeifel als Wirtschaftsfaktor

Rahm, G.

Kurzfassung

Die vulkanischen Lockerprodukte der Westeifel bieten der nach dem Kriege aufgekommenen "Lava-Industrie" größere Schwierigkeiten, als der Bims des Laacher-See-Gebietes. Die Abgelegenheit des Gebietes und das höhere spez. Gewicht erhöhen die Transportkosten, das anfallende Rohmaterial hat ständig wechselnde Kornzusammensetzungen, so daß durch Brechen und Sieben erst die richtige Kornverteilung gefunden werden muß. Auf der anderen Seite erreichen die aus diesem Material hergestellten Bauelemente wesentlich höhere Druckfestigkeiten, auch die anderen technischen Eigenschaften, wie Wärmeleitfähigkeit, Frostbeständigkeit usw., sind gut. Die chemischen Analysen zeigen, daß keine dem Beton schädlichen Elemente in nennenswerten Mengen auftreten. Die junge Lava-Industrie erreicht somit eine ständig wachsende Bedeutung in den landwirtschaftlich und wirtschaftlich armen Eifelkreisen, sie bildet mehr eine Ergänzung als eine Konkurrenz zu den Bimsbaustoffen. Während aus den dichten Basalten fast nur Schotter hergestellt werden kann, werden aus den sehr porösen und darum bearbeitbaren Lavaströmen der Westeifel Kollergänge und Mühlsteine für Papiermühlen gefertigt, außerdem Grenzsteine, Bordsteine, Pflastersteine, Fenstersimse usw. Das bisher größte Werkstück ist das aus einer Basaltsäule gehauene Kreuz auf dem Ehrenfriedhof Weeze (Niederrhein) mit den Maßen 5,50 x 2,65 x 0,95 m.