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Zur Geologie der Erzlagerstätten der Insel Cypern

Schmidt, W. F.

Kurzfassung

Cypern war im Altertum berühmt wegen seiner reichen Kupferlagerstätten. Zahlreiche, z. T. sehr ausgedehnte Spuren jener Bergbautätigkeit finden sich rund um das Troodos-Gebirge. Viele dieser Spuren kamen erst durch den Bergbau unseres Jahrhunderts wieder zum Vorschein. Große Schlackenhalden bezeugen ferner, daß die Metallgewinnung ebenfalls auf der Insel stattfand. Sumerer, Phönizier, Griechen und Römer waren Träger jenes Bergbaues. Etwa vom 5. Jahrh. n. Chr. bis zum Beginn des 20. Jahrh. ruhte er ganz. Es gibt Kupfer- und Pyritlagerstätten, die, ebenso wie die reinen Schwefelkieslagerstätten in der um den kristallinen Troodoskern herum gelagerten, aus vorwiegend andesitischen und basaltischen Laven zusammengesetzten vulkanischen Zone, angeordnet sind. Das obere Stockwerk dieser Laven besteht vorwiegend aus Kissenlaven (Pillow lavas), während im unteren die Gänge (dykes) überwiegen. Die hydrothermale Vererzung wird begleitet von einer starken Prophylitisierung der umgebenden Eruptivgesteine. Wo die Pyritisierung bis zur metasomatischen Verdrängung des propylitisierten Gesteins ging, entstanden Erzkörper verschiedener Größe und Gestalt. Alle Erzkörper sind an tiefreichende, breite Zerrüttungsstreifen und Spalten gebunden, deren Zusammenhang mit der Tektonik zur Zeit ihrer wahrscheinlich oberkretazischen Bildungszeit wichtig ist. Alle Erzkörper wurden später (Wende Miozän/Pliozän und Altquartär) mehr oder minder stark verworfen. Die sich hieraus ergebenden Folgerungen für die Strukturgeologie wurden an Hand von Typen-Profilen gezeigt. Dabei wurde ferner ausgeführt, in wie unterschiedlicher Weise diese Erzkörper von der tiefreichenden (z. T. bereits fossilen!) Oxydation betroffen wurden. Die heutige Oberfläche durchschneidet die ganz oder teils noch erhaltenen Erzkörper mit ihren Oxydationsmassen ganz willkürlich. Hieraus ergeben sich oft schwer zu erfassende Tatbestände für die Exploration. Beurteilung und Erbohrung solcher Lagerstätten. Auf gewisse Besonderheiten der mineralischen Zusammensetzung und indirekter Hinweise wurde kurz hingewiesen. Die reinen Kupferkieslagerstätten des Diabasgebietes, die meist aus parallelen Systemen von Erzadern und Erzbreccien bestehen, wurden nur kurz gestreift. Ebenso fanden die genetisch ganz anderen Chromlagerstätten im Dunit der ultrabasischen kristallinen Massen nur knappe Erwähnung. Die Asbesttagebaue von Amiandos im Troodosgebirge wurden auf Bildern gezeigt. Die noch wenig bekannten, auf eine sehr gestörte Zone des Serpentingebietes im Südosten des Troodos beschränkten Vorkommen von Nickelmagnetkies mit Kobaltgehalten wurden diskutiert.