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Neue erdölgeologische Aufschlüsse im mediterranen Raum

Hecht, F.

Kurzfassung

Der Vortragende wies auf die intensive Erdölexplorationstätigkeit im zirkummediterranen Raum hin, die täglich neue geologische Aufschlüsse schafft. Für den europäischen Anteil wurde durch die vor kurzem veröffentlichte OEEC-Karte ein guter Überblick über den Stand der Kenntnisse gegeben, so daß hier vor allem auf die nichteuropäischen Küstengebiete des Mittelmeeres eingegangen wurde. In den letzten Jahren ist eine intensive Explorationstätigkeit in der Türkei in Gang gekommen, die im Südosten Anteil am Euphrat- und Tigris-Becken besitzt. Die tertiären und kretazischen Randfalten der Tauriden sind erdölhöffig, wie durch die türkischen Erdölfelder von Garzan und Raman nachgewiesen wurde. Die zum größten Teil morphologisch hervortretenden langgestreckten Faltenzüge sind das Ziel der Exploration. Nicht so stark herausgehobene tertiäre und kretazische Strukturen sind auch die Träger der berühmten Erdöllagerstätten des Irak, während erst weiter östlich auf einem Querschnitt in den Iran hinein wieder die stark morphologisch in Erscheinung tretenden Randfalten des Tauriden-Iraniden-Zuges zu beobachten sind. An Hand der jüngsten erdölgeologischen Arbeiten in Syrien gab der Vortragende Beispiele von den dort zum Vorland langsam ausklingenden Falten und stärker zerbrochenen Strukturen. Ähnliche Bilder geben auch die Aufschlüsse in Israel, während die ägyptischen Ölfelder in den Randsäumen des Roten Meeres auf einer speziellen Entwicklung in diesem markanten Graben beruhen. Die mesozoische Trogachse der südlichen Thetis zog sich aus den Ölgebieten des Irak und der SE-Türkei, etwa den heutigen Küstensaum des Mittelmeeres entlang laufend, in den Sahara-Atlas hinein. In diesem afrikanischen Anteil wurden jedoch bisher nur kleinere Erdölfunde in dieser jüngeren Schichtenfolge gemacht. Größere Bedeutung erlangte in Nordafrika vielmehr die paläozoische Trogachse, die wesentlich weiter südlich zwischen den alten Massiven der Sahara (Eglab, Hoggar, Tibesti) und dem Atlas-Südrand verläuft. Hier wurden in z. T. weitgespannten und von jüngeren Schichten verhüllten Strukturen kambro-silurischer Gesteine (z. B. Hassi Messaoud), aber auch in morphologisch herausgehobenen Strukturen jünger-paläozoischer Gesteine, die aufsehenerregenden Erdöl- und Erdgasfunde der letzten Jahre gemacht, auf die der Vortragende näher einging. Stratigraphie und Schichtenfolge wurden an Hand verschiedener Beispiele aus dem nordafrikanischen Raum von Marokko bis Libyen erläutert. Lichtbilder von der intensiven Explorationstätigkeit in diesen Räumen beleuchteten die mannigfachen klimatischen und geländemäßigen Schwierigkeiten, mit denen die Erdölgeologie hier zu tun hat.