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Geologie und Lagerstätten in Südost-Iran (Kohle-, Salz- und Erzlagerstätten)

Walther, H. W.; Wirtz, D.

Kurzfassung

Die Vortragenden berichteten über die wissenschaftlichen Ergebnisse geologischer Untersuchungen auf Kohle-Lagerstätten im Gebiet von Kerman (WIRTZ & WIESEMANN) und Erzlagerstätten bei Bafq (Eisen- und Buntmetalle), Kerman (Buntmetalle, insbesondere Kupfer), Esfandageh (Chromit) und Bandar Abbas (Hämatit auf Salzstöcken) (WALTHER & KÜRSTEN). D. WIRTZ gab einen Überblick über die Geologie Südost-Irans. Strukturell ist das Gebiet von der Küste des Persischen Golfes nach Norden in eine Reihe von gebirgsparallelen tektonischen Zonen gegliedert in: Randfalten-Zone, Metamorphe Zone, Vulkanit-Zone und Kerman-Zone. Nach Norden schließt das Zentral-Iranische Hochplateau an, zu dem auch das Becken der südlichen Lut gerechnet werden muß. Die Schichtenfolge der Kerman-Zone, auf die die Kohle-Lagerstätten des Gebiets beschränkt sind, beginnt mit Prädevon und Devon in Old-Red-Fazies, dem marines Oberdevon und Karbon und fossilleere, als Permotrias zusammengefaßte Karbonatgesteine folgen. Der Lias besteht aus klastischen Gesteinen fluviatiler oder brackischer Fazies mit gelegentlichen marinen Einschaltungen. Örtlich enthält er bauwürdige Kohlenflöze. Die Lias/Dogger-Grenze ist durch eine auch morphologisch hervortretende marine Kalkbank markiert. Faziell einheitlicher ist die terristrisch-fluviatile, Kohlenlinsen und -flöze enthaltende Sandstein-Schieferfolge des Dogger. Die Obergrenze des Jura und die Untergrenze der Kreide sind stratigraphisch nicht festlegbar. Die tiefere Kreide liegt überall diskordant auf ihrer Unterlage, wobei eine Faziesdifferenzierung in Schwellen und marine Becken mit parageosynklinalen Gesteinen und synsedimentärem Vulkanismus verbreitet ist. Nach schwacher Faltung folgen Orbitulinenmergel und -sande ("Mittel-Kreide") und nach erneuten stärkeren Bewegungen mit weitreichender Transgression das höhere Cenoman in Rudistenkalkfazies, örtlich auch mit geschichteten Kalken, die bis ins Maastricht reichen. Nicht näher datierbare grobklastische Sedimente und örtlich Salinargesteine werden ins Tertiär gestellt.