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Zur Geologie von Costa Rica, mit besonderer Berücksichtigung lateritischer Bildungen

Schneider, Harras

Kurzfassung

Als mächtige, in sich gestaffelte, zentrale Gebirgsketten durchziehen die Cordillera del Guanacaste, die Cordillera Central und die Cordillera de Talamanca von Nordwesten nach Südosten das Land auf der mittelamerikanischen Landbrücke. Während die erste und die zweite von aktiven Vulkanen überragt werden, welche im NW bis zu 2000 m, im zentralen Teil des Landes mehr als 3000 m Meereshöhe erreichen, ist dies bei der letzteren nicht der Fall. Erst im Fortstreichen nach SE findet sich - bereits in Panama - der Vulkan Chiriqui. Andererseits stellt die Cordillera de Talamanca im Chiripó mit mehr als 3800 m den höchsten Gipfel des Landes. Niedrigere Gebirgsketten laufen mit den erstgenannten auf der pazifischen Seite parallel, so auf der Halbinsel Nicoya, im Südwesten von San José, in der Cordillera Costera nördlich Puerto Cortes und auf der Halbinsel Osa. Einen Gegensatz zu diesen Gebirgsketten und Bergzügen bilden die weiten Ebenen und schwach hügeligen, wenig über dem Meeresniveau liegenden Landschaften einerseits auf der pazifischen Seite im zentralen Teil der Provinz Guanacaste um den Golf von Nicoya, in der Umgebung der Hafenstadt Quepos und um den Golfo Dulce, andererseits auf der caribischen Seite in den nördlichen küstennäheren Teilen der Provinzen Alajuela, Heredia und Limón. Die geologischen Verhältnisse in Costa Rica sind Ursache und Grundlage des eben geschilderten orographischen Aufbaus und deshalb charakterisiert durch einen nordwest-südoststreichenden Faltenbau, der aus Sedimenten von kretazischem bis obermiozänem Alter aufgebaut wird. Er bildet einen Teil des andinen Weststammes des caribischen Orogens und ist in den Hauptstamm (Unterbau der Cordillera del Guanacaste und der Cordillera Central, sowie die Cordillera de Talamanca) und die niedrigeren und nur teilweise über Meeresniveau liegenden Küstenketten (Halbinsel Nicoya, Cordillera Brunquena und Halbinsel Osa) gegliedert. Beide werden durch schutterfüllte intramontane Senken getrennt. Die Gesteine haben vorwiegend klastische, daneben auch tuffitische oder kieselschieferartige Zusammensetzung. Kalke treten nur untergeordnet im Oberen Eozän und im Unteren Miozän auf.