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Die Entstehung der Kohlen

Teichmüller, M.

Kurzfassung

An Hand von Lichtbildern wurde ein Überblick gegeben über die neueren Erkenntnisse, die man mit geologischen, botanischen, kohlenpetrographischen, chemischen und physikalischen Methoden gewonnen hat. Dabei wurde auf die offenen Fragen hingewiesen. Es wurden besprochen: 1. Die geologischen Ursachen der Moorbildung. Die Entwicklungsstufe der Flora erlaubte erst ab Oberdevon echte Flözbildung. Mit der Anpassungsfähigkeit der Flora an bestimmte ökologische Verhältnisse nimmt die botanische und chemische Differenzierung der Kohlen zu. Durch räumliche und zeitliche Änderungen des Klimas ergeben sich kohlenfreundliche und kohlenfeindliche Gebiete bzw. Epochen. Auch in den Tropen finden sich heute ausgedehnte Moore, in denen mächtige Torfe abgelagert werden. Kohlengenetisch besonders interessant sind die ombrogenen Waldmoore Sumatras. Eine überragende Rolle für die Torfbildung spielen Morphologie und Tektonik. Hierfür wurden rezente Beispiele angeführt. In glazialen Hohlformen beginnt die Flözbildung gewöhnlich mit der Verlandung von Seen, während in Vortiefen ertrinkende Wälder häufig sind. Vortiefen-Moore sind für die Bildung von Kohlen-Lagerstätten am wichtigsten, da hier zahlreiche, weit aushaltende Flöze abgelagert werden. In tektonischen Gräben sind die Flözmächtigkeiten oft besonders groß. Das gleiche gilt für Hohlformen, die durch Auslaugung oder Abwanderung von Salz entstehen. 2. Die Entstehung der Kohlenfazies. Entscheidend für die Ausbildung der Mazerale und Streifenarten in den Kohlen sind Moortyp und Pflanzengemeinschaft (Wald, Ried, See) sowie Vertorfungsbedingungen. Der Einfluß von Klima, Luftzutritt, mariner Transgression und kalkigen Zuflüssen auf die Art der Vertorfung und damit auf die Fazies der Kohlen wurde im einzelnen aufgezeigt. 3. Die Diagenese und Metamorphose der Kohle.

Keywords

coal formation