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Das Aquitan zwischen dem Schweizer Jura und Kassel

Wagner, W.

Kurzfassung

(Der erweiterte Vortrag ist inzwischen in dem Notizblatt des Hess. Landesamtes f. Bodenforschung zu Wiesbaden, Bd. 87, 1959, S. 376 f., mit 1 Karte, erschienen) Das (Aquitan) Aquitanien ist eine Unterstufe des Tertiärs, die im aquitanischen Becken Südfrankreichs von Ch. MAYER-EYMAR 1858 im Vallon de Saucats aufgestellt wurde. Sie enthielt ursprünglich zwei stratigraphisch und faunistisch trennbare Stufen. Die von den verschiedenen französischen, deutschen und Schweizer Forschern teils zum Oberoligozän, teils zum Untermiozän gestellten Ablagerungen und die angestellten Vergleiche der Vorkommen mit denen des Mainzer Beckens und denen bei Kassel führten zu Meinungsverschiedenheiten über die Stellung im Tertiär, die heute noch nicht bereinigt sind. Sie bedürfen einer Übereinkunft aller Forscher, die sich mit den fraglichen Ablagerungen beschäftigt haben. Die Mehrzahl der deutschen Forscher bezeichnet heute das Aquitan als unterste Stufe des Miozäns. Es wurden in dem Vortrag die verschiedenen in Frage kommenden Tertiärvorkommen zwischen Schweizer Jura und Kassel besprochen und ihre Stellung zum Aquitan einer kritischen Betrachtung unterworfen.