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Der derzeitige Stand (Frühjahr 1959) der Uranforschung in Rheinland-Pfalz

Schwille, F.

Kurzfassung

Die Uranprospektion setzte in Rheinland-Pfalz in den Jahren 1954-1956 ein. Obwohl bis dahin weder Uranminerale noch Urananreicherungen bekannt waren, wurde durch die systematische, nach modernen Methoden betriebene Prospektionstätigkeit verhältnismäßig bald bei Ellweiler, Kreis Birkenfeld, eine zwar kleine, aber doch abbauwürdige Lagerstätte entdeckt (Gewerkschaft Brunhilde, Hannover). Der Fund gab Anlaß zu verstärkter Tätigkeit der privaten Untersuchungsberechtigten im Bereich der Saar-Nahe-Senke. - Die Tätigkeit des Geologischen Landesamtes hingegen erstreckte sich über das ganze Landesgebiet. - Die Untersuchungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Nach den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen sind vorläufig nur die sauren Ergußgesteine (Quarzporphyre bzw. Felsitporphyre) der Saar-Nahe-Senke und die ihnen nahen rotliegenden Sedimente als "uranhöffig" zu bezeichnen. Als wichtigste Porphyrvorkommen sind zu nennen: die "Massive" von Nohfelden, Bad Kreuznach-Fürfeld, und das des Donnersberges sowie der Lemberg bei Niederhausen und der Königsberg bei Wolfstein. In ihrem Bereich wurden die meisten Anomalien gefunden. Bemerkenswerte Anreicherungen wurden ferner in einer angewitterten Porphyritdecke in der Nähe von Birkenfeld sowie in kohligen Pflanzenresten des Voltziensandsteins der Trierer Triasbucht entdeckt. (Letztere sind mit den Funden bei Wrexen, im hessischen Kreise Waldeck, vergleichbar.) - Knochen und Zähne von tertiären Fischen und Säugern des westlichen Mainzer Beckens weisen nicht selten beachtliche Urangehalte auf (posthume Infiltration). - Die paläozoischen Keratophyre des Lahngebietes und die Phonolithe der östlichen Eifel und des Westerwaldes sollen wegen der örtlich erhöhten Strahlungswerte Erwähnung finden. Die Frage der Entstehung der Urananreicherungen in den Porphyrgebieten ist noch nicht geklärt. Die vorhandenen Minerale sind sekundärer Natur (bei Ellweiler hauptsächlich Zeunerit und ein Mineral erdiger Beschaffenheit). Der überwiegende Teil des Urans ist makroskopisch nicht erkennbar, gewöhnlich handelt es sich um diffuse Imprägnationen. Die Anreicherungen liegen häufig auffällig oberflächennah, so z. B. die Lagerstätte "Bühlskopf" bei Ellweiler, deren Hauptmenge und höchste Gehalte sich in 0 bis 25 m Teufe befinden. Manche Anomalien erwiesen sich als "wurzellos". Ein abschließendes Urteil über die Aussichten, in Rheinland-Pfalz weitere Lagerstätten zu entdecken, ist zur Zeit noch nicht möglich. Größere Lagerstätten sind allerdings kaum zu erwarten.