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Die Tonsteine des Saar-Nahe-Gebietes

Heim, D.

Kurzfassung

Die in der Literatur als "Tonstein" bezeichneten Gesteine aus dem Rotliegenden des Saar-Nahe-Gebietes müssen sowohl nach Vorkommen wie auch nach petrographischer Ausbildung in zwei grundsätzlich verschiedene Gruppen unterteilt werden: a) Die Tonsteine der Kuseler und Lebacher Gruppe, welche am einfachsten nach ihren Hauptbestandteilen als Quarz-Kaolinit-Tonsteine charakterisiert werden könnten, und b) die Quarz-Feldspat-Tonsteine der stratigraphisch höheren Horizonte, welche in einem offenbaren Zusammenhang mit den Deckenergüssen des Saar-Nahe-Gebietes auftreten. Beide Gruppen haben jedoch ihrerseits wiederum nach Ausbildung, Vorkommen und Genese nichts mit den bekannten Kaolinit-Tonsteinen des Saar-Karbons zu tun. Hier konnte nur über die Quarz-Feldspat-Tonsteine des Rotliegenden berichtet werden. Diese bestehen im allgemeinen aus einer sehr feinkörnigen Matrix von miteinander verzahnten Quarzen und Kalifeldspäten etwa im Verhältnis 7:3, hierzu kommt meistens noch ein Glimmeranteil bis 5% und etwas Kaolinit. Die Glimmer sind häufig sehr gut eingeregelt. Diese Matrix kann nun mehr oder weniger sehr viel gröbere Bestandteile enthalten, unter denen Quarz, Albite (oft idiomorph), Biotit und Hunsrückmaterial am häufigsten sind. Die Vielfalt der Quarz-Feldspat-Tonsteine wird im wesentlichen durch verschiedene Beimengungen dieser groben Bestandteile bedingt. Nach ihrem Anteil und ihrer Sortierung wurden die Tonsteine in 5 Typen unterteilt. Die wichtigsten dieser Typen sind: 1. Tonsteine mit feinsedimentärem Gefüge. Sie enthalten keine gröberen Bestandteile. Sehr charakteristisch sind graded Beddings und Gleitfaltungen. Der Typ kommt nur im Süden des Pfälzer Sattels vor, vorwiegend in den Tholeyer Schichten. 2. Tonsteine mit tuffartigem-sedimentären Gefüge. Die Grundmasse enthält mehr oder weniger, jedoch stets deutlich sortierte grobe Komponenten. 3. Tonsteine mit tuffartigem Gefüge. Die groben Komponenten lassen weder Sortierung noch Einreglung erkennen.