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Die Bodenschätzung: Möglichkeiten der Auswertung und Verwertung der Ergebnisse für die geologisch-bodenkundliche Landesaufnahme

Stöhr, W. Th.

Kurzfassung

Die praktische Durchführung und der Zweck der Bodenschätzung werden erläutert. Es wird festgestellt, daß es ihr Zweck war, die Unterlagen für eine einheitliche und gerechte Besteuerung und Bewertung des Bodens zu beschaffen. Dazu mußte als erster Schritt eine Bestandsaufnahme des Bodens durchgeführt werden. Diese erforderte die Anlage eines engen Bohrpunkt- und Grabloch-Netzes. Damit ist die Bodenschätzung zur ersten großflächigen Bodenaufnahme geworden, die mittels Bohrstock und Spaten durchgeführt wurde. Das Ergebnis der Schätzung ist summarisch im Klassenzeichen festgehalten, das sich aus der "Bodenart", Zustandsstufe und Entstehungsart, z. B. sL 4 V, beim Ackerland, "Bodenart", Zustandsstufe, Temperatur- und Wasserverhältnisse (im Profil), z. B. L II b 2, beim Grünland und den Wertzahlen zusammensetzt. Dem Klassenzeichen, welches der Kartierungseinheit entspricht, wird deshalb bei der Auswertung der Schätzung eine besondere Bedeutung beizumessen sein! Die "Bodenarten" des Schätzungsrahmens sind nach dem analytisch zu ermittelnden bzw. mit dem Tastsinn der Finger zu schätzenden Anteil abschlämmbarer Bodenbestandteile (< 0,01 mm) am Feinboden (< 2 mm) definiert. Der Grobboden wird immer geschätzt. Es gibt Böden, die zu einem großen Teil oder fast ausschließlich aus Grobboden, wie Steine, Kies, Grus, Grand, Schieferfetzen, vulkanische Bomben, Lapilli usw., bestehen. In diesem Falle erfolgt die Zuteilung zu den "Bodenarten" des Schätzungsrahmens rein gefühlsmäßig in Anlehnung an das Verhältnis Grobboden: Feinboden: Abschlämmbaren. So ist es zu verstehen, daß beispielsweise ein Teil der flachgründigen Verwitterungsböden auf Kalkstein bei den leichten sandigen Bodenarten (Jura-, Tertiär-Kalke) bzw. bei den schweren Lehm- und Tonböden (Muschelkalk) eingestuft wird.